Ärzte Zeitung, 18.03.2009

Kosten-Nutzen - IQWiG legt neuen Entwurf vor

KÖLN (iss). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am Mittwoch einen neuen Methoden-Entwurf für die Kosten-Nutzen-Bewertung zur Diskussion gestellt.

Bis zum 18. April nimmt das Institut dazu Stellungnahmen entgegen. Sie fließen in die erste Arbeitsversion der "Methoden zur Bewertung von Verhältnissen zwischen Kosten und Nutzen ein". Auf ihrer Basis will das IQWiG ab Sommer mit konkreten Bewertungen beginnen. "Die Arbeitsversion wird regelmäßig aktualisiert und überarbeitet", kündigt IQWiG-Leiter Professor Peter Sawicki an.

Dreh- und Angelpunkt der vom IQWiG entwickelten Methode bleibt die Ermittlung der so genannten Effizienzgrenze statt der Arbeit mit dem Konzept der Quality Adjusted Life Years (QALY), das einige Gesundheitsökonomen favorisieren (wir berichteten). "Wir sollen für neue Medikamente das angemessene Verhältnis zwischen Nutzen und Kosten ermitteln. Das geht mit QALYs und ohne einen Schwellenwert nicht gut", sagt Sawicki der "Ärzte Zeitung".

Auf Basis der Effizienzgrenze wird das IQWiG eine Empfehlung aussprechen, welche Kosten für neue Therapien angemessen sind, die einen nachweisbaren Zusatznutzen haben und zu denen es Alternativen gibt. Angemessen heißt dabei: Das Verhältnis von Kosten und Nutzen verschlechtert sich nicht. "Wenn die Effizienz nicht hoch genug ist, muss der Preis heruntergehen." Das IQWiG gibt mit der Empfehlung auch eine Schätzung über die Kostenauswirkungen auf die gesetzliche Krankenversicherung ab.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »