Ärzte Zeitung online, 28.05.2009

Bundestag beschließt Heroin auf Rezept

BERLIN (nös/dpa). Schwerstabhängige Heroinsüchtige können in Zukunft auf eine Behandlung mit Diamorphin auf Rezept rechnen. Einem entsprechenden Gesetzentwurf stimmte der Bundestag heute mehrheitlich in freier Abstimmung zu.

Heroinsüchtige können künftig Diamorphin verordnet bekommen.

Foto: dpa - Bildfunk

Das Gesetz erhielt 349 Ja-Stimmen bei 198 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Der Entwurf, der maßgeblich auf Abgeordnete der SPD-Fraktion zurückgeht, wurde von Grünen, FDP und Linksfraktion unterstützt. Die Union lehnte ihn weitestgehend ab, einige Abgeordnete der Fraktion votierten jedoch mit Ja.

Sobald das Gesetz in Kraft tritt, können Schwerstabhängige Diamorphin in speziellen Einrichtungen unter staatlicher Aufsicht bekommen. Dafür müssen sie allerdings seit mindestens fünf Jahren opiatabhängig sein. Außerdem müssen sie bereits zwei Therapien erfolglos hinter sich haben und mindestens 23 Jahre alt sind. Diese Kriterien sollen einen Missbrauch der neuen Regelung verhindern und die potenzielle Zielgruppe überschaubar halten.

Die Union hatte scheiterte mit ihrem eigenen Antrag, die Abgabe von Diamorphin zunächst im Rahmen von Modellprojekten weitere zu untersuchen. Zwei Anträge der Grünen und der FDP vielen in der namentlichen Abstimmung ebenfalls durch. Beide setzten sich für eine Lockerung der Take-Home-Regelung ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »