Ärzte Zeitung, 13.11.2009

Pharmaindustrie fordert Ende von Bürokratie und Gängelei

Von Anno Fricke

Schluss mit der Regulierungswut im Gesundheitswesen, fordert der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

BERLIN. Eine Schneise durch den Wirrwarr sich widersprechender Regulierungsinstrumente im Arzneimittelmarkt hat der Vorsitzende des BPI, Dr. Bernd Wegener, gefordert.

Beim Unternehmertag in Berlin nahm er vor allem die Rabattverträge ins Visier. Um bei Ausschreibungen eine Chance zu haben, müssten Unternehmen bis zu 70 Prozent unter den Festbetrag gehen. Selbst indische Anbieter könnten dabei mit den den Generikamarkt beherrschenden Unternehmen aus China nicht mehr mithalten.

80 Prozent der unter Rabatt angebotenen Arzneien kämen nicht mehr aus Deutschland, so Wegener. Auch deshalb sehen die Pharmahersteller in Deutschland ihre größten Risiken in der Politik. Von der verlangen sie laut einer gemeinsamen Umfrage von Deutscher Bank und BPI mehr Planungssicherheit am Standort Deutschland, gleichlange Spieße für die Verhandlungen mit den Krankenkassen und eine faire Kosten-Nutzen-Bewertung ihrer Produkte. "Das IQWiG ist kein institutionelles Problem", so Wegener. Die handelnden Personen darin erweckten aber den Eindruck, einem Kostensenkungsauftrag und Rationierungszielen zu folgen. Die Umfrage unter 100 von 260 Mitgliedsunternehmen hatte vor der Bundestagswahl stattgefunden.

Hoffnung in die neue Regierung setzen die Unternehmen beim Thema Innovationen. Der Koalitionsvertrag sieht eine steuerliche Entlastung kleiner und mittlerer Unternehmen bei Forschung und Entwicklung vor. Dass die neue Regierung die Versorgung mit Innovationen auf die Tagesordnung gesetzt hat, begrüßen die Verbandssprecher. Schwarz-Gelb solle auch Innovationen auf Basis bekannter Wirkstoffe als Verbesserungen der Versorgung anerkennen.

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (6809)
Organisationen
BPI (319)
IQWiG (1122)
Personen
Bernd Wegener (73)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »