Ärzte Zeitung online, 08.12.2009

Pharmakologe: Fälschungen gefährlich

HALLE (dpa). Der Pharmakologe Gerd Glaeske hat die Warnungen der EU vor gefälschten Medikamenten begrüßt. "Die Warnungen sind durchaus berechtigt, sie betreffen aber vor allem rezeptpflichtige Medikamente auf dem sogenannten Life-Style-Markt", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung".

Das reiche von Potenzmitteln über Appetitzügler bis hin zu Aufputschmitteln und anderen, vermeintlich leistungssteigernden Pharmazeutika. Auf legalem Weg erhalte man diese Medikamente nur mit ärztlichem Rezept. "Dagegen können solche Präparate im Internet problemlos ohne Rezept über illegale Händler geordert werden" sagte Glaeske, der Leiter des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen ist.

Von diesen Medikamenten gingen viele Gefahren aus. "Im günstigsten Fall handelt es sich um Maisstärke mit Zucker, also um völlig wirkstofffreie Präparate." Gefährlicher seien aber gefälschte Mittel, wenn sie andere als die angegebenen Wirkstoffe enthielten. Es könne zu lebensbedrohlichen Allergiereaktionen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und anderen Nebenwirkungen kommen.

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