Ärzte Zeitung, 04.02.2010

Barmer stoppt ihre Rabatt-Ausschreibung

Vize-Chef Schlenker sieht Kostenexplosion weniger bei Arzneien als durch Hausarzt-Verträge

WIESBADEN (fst). Die Barmer GEK hat eine Rabattausschreibung für 340 Wirkstoffe gestoppt.

Grund: Signale aus dem Bundesgesundheitsministerium, dass sich Vorgaben für Rabattverträge ändern könnten, sagte Rolf-Ulrich Schlenker, Vizechef der Kasse, bei einer Handelsblatt-Konferenz in Wiesbaden. Die Kasse bezahlt pro Jahr 4,4 Milliarden Euro für Arzneimittel.

Mehr als die Entwicklung der Medikamentenausgaben treiben den Barmer-Vize aber Hausarztverträge um. Jeder Versichertenfall koste die Kasse bei Vorliegen eines Hausarztvertrags "20 Euro mehr als bisher".

Skeptisch ist Schlenker, ob die Kasse Einzelverträge mit Arzneiherstellern schließen soll. Risk-Share-Vereinbarungen sollten "auf eine breitere Basis" gestellt werden.

Bei der Arzneimittelsteuerung will der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) verstärkt auf Therapiehinweise setzen: mit Empfehlungen zur wirtschaftlichen Versorgung für hochpreisige Medikamente, sagte Thomas Müller, Geschäftsführer des Unterausschuss Arzneimittel. Dafür gebe es Rückendeckung des Bundesgesundheitsministeriums.

Ausweiten will der GBA auch das Zweitmeinungsverfahren. Aufgenommen werden sollen in das Verfahren künftig umsatzstarke Präparate für Patienten mit Nierenzell- und Kolorektalkarzinom. Man werde aber im Ausschuss kritisch prüfen, ob die erhofften Einsparungen im Verhältnis zur zusätzlichen Bürokratie für Ärzte stehen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »