Ärzte Zeitung, 10.03.2010
Krankenkassen mit Milliardenüberschuss
in 2009
Die Krankenkassen machen ein sattes Plus, der
Gesundheitsfonds ein Minus - so die Bilanz für das Krisenjahr
2009.
Von Thomas Hommel
BERLIN. Nach den vom
Bundesgesundheitsministerium (BMG) am Mittwoch in Berlin vorgelegten
Finanzergebnissen haben die rund 170 gesetzlichen Krankenkassen das
vergangene Jahr mit einem Überschuss in Höhe von rund
1,1 Milliarden Euro abschließen können.
Das dickste Plus erzielten die Allgemeinen Ortskrankenkassen
(AOK) mit 771 Millionen Euro (wir
berichteten). Danach folgen die Innungskrankenkassen (IKK)
mit einem Überschuss in Höhe von 264 Millionen Euro.
Die Betriebskrankenkassen (BKK) erwirtschafteten ein Plus von knapp 190
Millionen Euro. Die Ersatzkassen - darunter befinden sich
große Krankenkassen wie Barmer GEK, DAK und TK - mussten
dagegen ein Minus von 157 Millionen Euro hinnehmen.

Trotz der Krise erzielten die
Krankenkassen einen üppigen Überschuss. ©
jeff Metzger / fotolia.com
Der zum 1. Januar 2009 eingeführte Gesundheitsfonds,
aus dem die einzelnen Kassen ihre Finanzmittel zugewiesen bekommen,
verbuchte in 2009 ein Defizit in Höhe von rund 2,5 Milliarden
Euro. Dass die Kassen ein Plus machen konnten, während der
Gesundheitsfonds ein Minus erwirtschaftete, ist damit zu
erklären, dass die krisenbedingten Beitragsmindereinnahmen der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu Lasten des Fonds gehen,
während die Kassen ihre Zuweisungen wie geplant erhalten.
Insgesamt gaben die Kassen im vergangenen Jahr knapp 171
Milliarden Euro aus. Dem standen Einnahmen von 172 Milliarden Euro
gegenüber. Primäre Ausgabentreiber waren laut
Statistik die ambulante ärztliche Behandlung (plus 7,4 Prozent
je Versicherten auf 30,6 Milliarden Euro), die stationäre
Versorgung (plus 6,6 Prozent je Versicherten auf 56,4 Milliarden Euro)
sowie der Arzneimittelbereich (plus 5,3 Prozent je Versicherten auf
32,4 Milliarden Euro). Der Anstieg bei den Arzneimitteln gehe dabei vor
allem auf patentgeschützte Präparate zurück,
so das BMG.
Die Ausgaben der Kassen für die Impfungen gegen die
Neue Influenza beliefen sich im vierten Quartal 2009 auf rund 390
Millionen Euro.
| 6,4 Prozent mehr Ausgaben pro Kopf |
Veränderung je GKV-Mitglied in Prozent 1.
bis 4. Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum |
| Leistungsausgaben
insgesamt | 6,4 |
| Ärztliche
Behandlung | 7,4 |
| Zahnbehandlung
(kons-chirurg.) | 1,9 |
| Zahnersatz |
3,8 |
| Arznei-
u. Verbandsmittel insgesamt | 5,3 |
| Häusliche
Krankenpflege | 11,3 |
| Krankenhausbehandlung |
6,6 |
| Krankheitsverhütung/soziale
Dienste | -11,0 |
| Krankengeld |
10,5 |
| Fahrkosten |
7,4 |
| Kuren
und Rehabilitation | -1,2 |
| Früherkennungsmaßnahmen |
21,3 |
| Leistungen
bei Schwangerschaft ohne stat. Entbindung | 1,7 |
| Verwaltungskosten |
8,1 |
| Ausgaben
insgesamt | 170,787 Mrd. Euro |
| Zuweisungen
aus dem Gesundheitsfonds | 166,876
Mrd. Euro |
| Beitragseinnahmen
vor dem 1.1.2009 | 1,210 Mrd. Euro |
| Übrige
Einnahmen | 3,786 Mrd. Euro |
| Einnahmen
insgesamt | 171,873 Mrd. Euro |
| Überschuss |
1,086 Mrd. Euro |
| Quelle: BMG/KV 45, Tabelle: Ärzte
Zeitung |

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