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Ärzte Zeitung, 29.04.2010

Medizinische Biotech-Branche fürchtet die Zukunft

Trotz Krise verzeichnet die medizinische Biotechnologie in Deutschland ein moderates Wachstum. Doch die Unternehmen blicken sorgenvoll in die Zukunft. Kopfzerbrechen macht ihnen vor allem das Sparpaket der Koalition.

Von Thomas Hommel

BERLIN. Scharfe Kritik am Arzneimittel-Sparpaket der Koalition kommt nun auch aus den Reihen der Unternehmen der medizinischen Biotechnologie. Der Vorsitzende des Branchenverbands vfa bio, Dr. Frank Mathias, sprach am Mittwoch in Berlin von "drastischen und sprunghaften Markteingriffen". Dazu gehörten insbesondere Preismoratorien und die "starke" Anhebung des Zwangsrabatts von sechs auf 16 Prozent. Eine solche Pharmapolitik mache jede Planbarkeit für die zumeist kleinen und mittelständischen Unternehmen der Biotech-Branche zunichte.

Öffentliche Förderprogramme wie das 2007 vom Bundesforschungsministerium aufgelegte Programm "BioPharma" würden durch die Sparmaßnahmen der Koalition konterkariert. "Das ist keine zukunftsorientierte Innovationspolitik."

Der Geschäftsführer von vfa bio, Dr. Siegfried Throm, sagte, die im Arzneipaket vorgesehene Komponente der Vertragslösung zwischen Kassen und Herstellern sei prinzipiell zu begrüßen. Die Verhandlungen müssten aber mit einzelnen Kassen oder Kassenverbünden und nicht mit dem GKV-Spitzenverband geführt werden. "Mit einem Monopolisten können Sie nicht verhandeln."

Nach Angaben von vfa bio wuchsen die Umsätze mit Biopharmazeutika - gentechnisch hergestellten Medikamenten - in Deutschland im vergangenen Jahr um gut fünf Prozent auf rund 4,7 Milliarden Euro. Das seien etwa 16 Prozent des rund 29 Milliarden schweren Pharmamarktes gewesen, so Mathias. In einigen Bereichen der Medizin wie der Therapie von Immunkrankheiten sei die Bedeutung von Biopharmazeutika besonders groß. 67 Prozent des Arzneimittel-Umsatzes sei durch diese Präparate erwirtschaftet worden.

Allein im vergangenen Jahr seien in Deutschland zwölf neue Biopharmazeutika zugelassen worden. Die "Pipeline" der Unternehmen mit weiteren, derzeit in der Erforschung befindlichen Medikamenten, sei gut gefüllt, so Mathias. So hätten sich Ende 2009 rund 470 Medikamente in klinischen Studien oder aber in Zulassungsverfahren befunden, darunter viele Präparate gegen Krebsleiden oder Impfstoffe, teilte Mathias mit.

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