Ärzte Zeitung, 14.06.2010

Kommentar

Sparen, bis es quietscht?

Von Helmut Laschet

Mit dem von sechs auf 16 Prozent bis Ende 2013 erhöhten Zwangsrabatt auf Arzneimittel ohne Festbetrag scheint sich die Arzneimittelindustrie nolens volens abgefunden zu haben.

Hoffnungen hegt die Branche allerdings noch, den langfristig wichtigeren strukturpolitischen Teil des Arzneimittelpakets im Gesetzgebungsverfahren beeinflussen zu können.

Absehbar ist: Wenn zwei Körperschaftsmonopole, Bundesausschuss und GKV-Spitzenverband, die sich als innovationsskeptisch erwiesen haben, darüber bestimmen, zu welchen Konditionen neue Arzneimittel in der GKV erstattet werden, dann werden Ärzte und Patienten künftig länger auf neue Arzneimittel warten müssen - oder für Patienten wird der Fortschritt sehr, sehr teuer. Eine völlig neue soziale Schieflage würde dann entstehen, wenn Hersteller sich den Erstattungshöchstgrenzen nicht anpassen. Und angesichts der faktisch engen Finanzlage wird der GKV-Spitzenverband meist wie ein Buchhalter entscheiden - und den Rotstift ansetzen.

Anders wäre das bei Kassenwettbewerb. Denn eine Krankenkasse kann Mitglieder und Image verlieren. Sie hat Verantwortung auch für kranke Versicherte. Handeln und Haften bilden eine Einheit. Das wäre bedenkenwert.

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