Ärzte Zeitung online, 06.08.2010

Homöopathie auf Kassenkosten? Bei Umfragen gab es mehr "Nein" als "Ja"

NEU-ISENBURG (gwa). Mitte Juli hatten Gesundheitsexperten wie Professor Lauterbach (SPD) und Jens Spahn (CDU) erneut die Diskussion um Homöopathie auf Kosten der GKV angestoßen. Bei einer Online-Umfrage der "Ärzte Zeitung" war die Meinung dazu geteilt. Auf der Ärzteplattform "coliquio" sprachen sich drei von vier Ärzten gegen Homöopathie als Kassenleistung aus.

Homöopathie auf Kassenkosten? Bei Umfragen gab es mehr "Nein" als "Ja"

Die Mehrheit der Ärzte steht der Erstattungsfähigkeit von homöopathischen Arzneimitteln skeptisch gegenüber.

© Niehoff / imago

Die "Ärzte Zeitung" hatte online ihre Leser gefragt: "Homöopathie als Kassenleistung - wie sehen Sie das?"

  • 40 Prozent sagten: Ja, unbedingt. Alternative Heilmethoden sollten viel häufiger berücksichtigt werden.
  • 8 Prozent sagten: Ja, auch wenn es nur ein Placebo ist - aber solange es dem Patienten hilft.
  • 52 Prozent sagten: Nein, nur evidenzbasierte Therapien sollten erstattet werden.

Die Meinung in dieser Umfrage war also geteilt. Geantwortet hatten rund 800 Leser, sowohl aus dem Bereich Fachkreise wie Ärzte, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und bei Krankenkassen als auch Patienten und an Gesundheitsthemen Interessierte.

Gleichzeitig hatte die "Ärzte Zeitung" in einer Blitzumfrage mit Ärzten gesprochen; zwei Ärzte waren für die Erstattungsfähigkeit zu Lasten der GKV, vier Ärzte dagegen.

Auch auf der Ärzteplattform "coliquio" lief eine Umfrage. Hier stimmten 74 Prozent der teilnehmenden Ärzte dem Vorstoß von Union und SPD zu, Homöopathie als Kassenleistung zu streichen.

Aber auch wenn sich der Großteil der teilnehmenden Ärzte für die Streichung der Kassenleistung ausspricht, scheinen Kollegen dennoch eine Anwendungsberechtigung in einzelnen medizinischen Bereichen zu geben.

Besonders bei der Behandlung in der Pädiatrie scheinen die nebenwirkungsarmen homöopathischen Heilmittel beliebt zu sein. Unterstützend zur Schulmedizin oder auch als genesungsförderndes Mittel bei viralen Infekten setzen einige der auf coliquio.de registrierten Ärzte Globuli ein. Hier besteht laut Meinung einzelner Ärzte sogar ein Einsparpotenzial für die Krankenkassen, würde doch dadurch das unnötige Verschreiben von Antibiotika vermindert werden.

Lesen Sie dazu auch die Diskussion auf Ärzte Zeitung Online:
Politiker und Ärzte streiten über Homöopathie
Homöopathie auf Kassenkosten? Blitz-Umfrage der "Ärzte Zeitung"
Auch bei Globuli gibt es eine Arzneimittelprüfung
CDU offen für Streichung von Homöopathie
SPD: Homöopathie soll keine GKV-Leistung sein

[09.08.2010, 19:44:31]
Anwesender Denker 
Don Quichottes Kampf gegen die böse Lobby
Die Pharma Lobby steht hinter der homöopathie. Ebenso wie die Mehrheit der Krankenkassen. Der Grund , Geld mit Medikamenten verdienen , welche keinen Wirksamkeitsnachweis brauchen, ist auch zu verlockend. Von welcher Lobby sprechen Sie also? Mal abgesehen davon, das das hundertmalige Wiederholen der selben Argumente bei vollkommener Ignoranz der Gegenargumente (wie Realität, Wissenschaft etc.), die Aussagen von euch Homöopathieanhänger nicht gehaltvoller machen zum Beitrag »
[06.08.2010, 18:09:53]
Dr. Uwe Bungard 
Warum eigentlich finden Sie, dass Homöopathie...
eine "NATÜRLICHE HEILMETHODE" ist??
Was um alles in der Welt soll denn daran "natürlich" sein.
Ich finde diesen lächerlichen Hokuspokus VÖLLIG UNNATÜRLICH.
UB zum Beitrag »
[06.08.2010, 15:45:38]
Marko Scheibe 
Umfrageergebnis nicht repräsentativ
Das Umfrageergebnis überrascht nicht, wenn man den gewählten Querschnitt durch die befragten Personenkreise betrachtet. Hier hätte man neutraler auswählen sollen. Gut, dass homoöpathische Mittel noch einigermaßen bezahlbar sind. Wer könnte sich sonst erlauben krank zu werden, wenn er auf natürliche Heilmethoden zählt. Es bleibt zu hoffen, dass bald ein großes Umdenken stattfindet, denn die Erfolge von alternativen Behandlungsmethoden sind nicht von der Hand zu weisen. Leider gibt es nicht nur hierzulande eine zu große Lobby die sowas bisher erfolgreich zu unterdrücken weiß.  zum Beitrag »

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