Ärzte Zeitung online, 16.08.2010

Schwarz-Gelb gibt grünes Licht für Cannabis-Arzneien

BERLIN (dpa). In Deutschland soll es künftig Cannabis auf Rezept geben. Nach FDP-Angaben haben sich die Koalitionsfraktionen am Montag grundsätzlich auf eine entsprechende Änderung des Betäubungsmittelrechts geeinigt. Die Gesetzesänderung solle die Möglichkeit eröffnen, Cannabis-Medikamente in Deutschland herzustellen und für eine Therapie zu verschreiben.

Schwarz-Gelb gibt grünes Licht für Cannabis-Arzneien

Cannabis als legales medizinisches Betäubungsmittel: geht es nach den Regierungsparteien, könnte der Stoff aus der Hanfplanze in Deutschland schon bald verkehrsfähig werden.

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Auch die Versorgung sterbender Menschen solle verbessert werden, um in der letzten Lebensphase deren Schmerzen zu lindern, hieß es. Heime und Hospize dürften dann Notfallvorräte an Betäubungsmitteln anlegen. "Damit stehen schwerstkranken Menschen jederzeit schmerzlindernde Mittel zur Verfügung", erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagfraktion, Ulrike Flach.

Bislang müssen Betroffene häufig langwierig um die Nutzung von Cannabis-Arznei kämpfen. Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft "Cannabis als Medizin" (ACM) dürfen derzeit bundesweit lediglich 40 Patienten derartige Medikamente aus der Apotheke beziehen. Als Medikament soll das aus Hanfblättern gewonnene Cannabis unter anderem auch die Symptome von Krebs und Multipler Sklerose abmildern.

Vor knapp zwei Jahren hatten Union, SPD und FDP im Bundestag noch gegen die erleichterte Verwendung von Cannabis in der Medizin gestimmt. Die Kritiker warnten damals vor allem vor dem Suchtpotenzial und zweifelten am medizinischen Nutzen. Einer aktuellen Umfrage zufolge befürworten allerdings mehr als 75 Prozent der Deutschen die medizinische Verwendung von Cannabis.

Lesen Sie dazu auch die aktualisierte Fassung:
Koalition macht Weg frei für Cannabis als Arzneimittel

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