Ärzte Zeitung online, 21.10.2010

AMNOG: Schwarz-Gelb kommt Pharmagroßhandel entgegen

BERLIN (cw). Feinjustierung am AMNOG: Schwarz-gelb kommt dem Pharmagroßhandel und den Arzneimittelimporteuren entgegen. Wie gestern aus Koalitionskreisen verlautete, soll das künftige Fixhonorar für die Pharmadistribution gegenüber dem bisherigen Gesetzesentwurf angehoben werden.

AMNOG: Schwarz-Gelb kommt Pharmagroßhandel entgegen

Arznei-Importeure: Auch diese Branche soll weniger belastet werden, als bisher geplant.

© dpa

Somit dürfte der jährliche Sparbeitrag der Grossisten maximal 200 Millionen Euro erreichen. Bisher waren rund 400 Millionen Euro in der Diskussion, das Fixhonorar sollte zunächst 60 Cent pro Packung betragen.

Gegen die Pläne liefen vor allem die Apotheker Sturm. Der Großhandel hatte nach Bekanntwerden der Pläne angekündigt, den schwindenden Ertrag auf der Rabatt- und Konditionenseite kompensieren zu wollen - für die Apotheken hätte das weniger Spielraum bedeutet.

Den Apothekern nützt die geplante Änderung allerdings nur wenig. Denn sie sollen jetzt durch einen entsprechend anzuhebenden Apothekenabschlag zur Kostendämpfung herangezogen werden.

Es sei "in jedem Fall geplant" bei Großhandel und Apotheken insgesamt 400 Millionen Euro zu sparen, heißt es aus Koalitionskreisen. Durch die jetzt vorgesehene Änderung am AMNOG verteile man diese Summe nur deutlicher auf beide Handelsstufen.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, der Apothekenabschlag solle von derzeit 1,75 Euro auf zwei Euro pro Packung steigen.

Dagegen können die Parallel- und Reimporteure von Arzneimitteln aufatmen: Sie sollen vom erhöhten Herstellerabschlag ausgenommen werden. Schwarz-Gelb hatte ihn zum 1. August auf 16 Prozent für festbetragsfreie Arzneimittel angehoben. Auf die Ausnahme hatten die Importeure in den vergangenen Wochen vehement gedrängt.

Im Juni hatte sich der saarländische Branchenprimus unter den Importeuren, Kohl Pharma, von 150 seiner derzeit rund 1000 Mitarbeiter im Hauptgeschäft Importhandel getrennt.

Einige seiner Produkte seien durch den erhöhten Abschlag nicht mehr wirtschaftlich in den Markt zu bringen gewesen. Damit sei die Personalauslastung gesunken, lautete die Begründung für den Stellenabbau.

Künftig sollen Importarzneimittel 15 Euro oder 15 Prozent unter dem rabattierten Herstellerpreis liegen, um vom Apotheker zur Erfüllung der Importquote ausgewählt werden zu dürfen.

Gegenwärtig müssen die Importeure 15 Euro oder Prozent unter Apothekenverkaufspreis liegen und zusätzlich dazu ebenfalls 16 Prozent Herstellerrabatt zahlen. Über die Importquote werden die Apotheker verpflichtet, eine bestimmte Menge importierter Arzneimittel abzugeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »