Ärzte Zeitung online, 09.11.2010

AMNOG: Apotheker appellieren an Bundestagsabgeordnete

DÜSSELDORF (run). Im Vorfeld der abschließenden gesundheitspolitischen Entscheidungen zum Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz erhöht sich der Unmut unter den Apothekern.

Mit eindringlichen Appellen und Protestdemonstrationen signalisieren sie ihre große Enttäuschung und Wut über die zuletzt gefassten Beschlüsse der Regierungskoalition zum AMNOG. So etwa in einem aktuellen Brief des Apothekerverbands Nordrhein und der Apothekerkammer an die Bundestagsabgeordneten des Bezirks.

Darin wird die beabsichtigte unverhältnismäßig starke wirtschaftliche Belastung der Apotheken als nicht nachvollziehbar kritisiert. Denn erst vor kurzem habe eine unabhängige Schiedsstelle die stark steigenden Belastungen der Apotheken anerkannte und eine leistungsgerechtere Anpassung des Apothekenabschlags beschlossen.

Durch die nun geplante massive Erhöhung des Zwangsrabatts an die Krankenkassen, die mögliche Weiterreichung der Einsparungen beim Großhandel an Apotheken und das Insolvenzrisiko beim Herstellerabschlag, das von Apotheken getragen werden soll, drohten Leistungseinschränkungen beziehungsweise Personalabbau und eventuell sogar Apothekenschließungen. Der Brief endet mit dem eindringlichen Appell an die nordrheinischen Bundestagsabgeordneten, dem AMNOG nicht zuzustimmen.

Einen solchen Appellbrief hat auch die Apothekerkammer Westfalen-Lippe allen CDU- und FDP-Bundestagsabgeordneten in ihrem Einzugsbereich zugestellt.

In Sachsen gingen aus dem gleichen Grund am vergangenen Wochenende zahlreiche Apotheker auf die Straße. Sie waren dem Aufruf des Apothekerverbands (SAV) gefolgt, gegen die Belastungen durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) zu demonstrieren.

Die Apotheker trafen sich mit Protestschildern vor der Stadthalle Krone in Bautzen, in der die CDU ihren Landesparteitag abhielt, und versuchten mit den Parteitagsbesuchern ins Gespräch zu kommen, um ihre Lage zu verdeutlichen. Denn von den zahlreichen schwarz-gelben Wahlversprechen sei keines im AMNOG-Entwurf umgesetzt worden, kritisierte SAV-Geschäftsführer Dr. Ulrich Bethge.

Während die Ärzte zu den beschlossenen Honorarerhöhungen weitere 120 Millionen Euro, die Krankenhäuser sogar weitere 400 Millionen Euro erhielten, werde das Apothekenhonorar um 200 Millionen Euro gekürzt. "Von einer gerechten Verteilung auf den Schultern aller Beteiligten kann damit keine Rede sein", so Bethge.

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Arzneimittelpolitik (6905)

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