Ärzte Zeitung, 02.12.2010

Arzneiausgaben schrumpfen um sechs Prozent

Pharma-Sparpaket sowie geringere Ausgaben für Vakzine und Erkältungsmittel sorgen im Oktober für einen starken Rückgang der Arzneiausgaben im Vergleich zum Vorjahr.

Arzneiausgaben schrumpfen um sechs Prozent

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Arzneimittel und Vakzine sind im Oktober um fast sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat geschrumpft.

Ärzte haben im Oktober für etwa 2,47 Milliarden Euro Arzneimittel zu Lasten der gesetzlichen Kassen verordnet, die Ausgaben sind damit gegenüber dem Vormonat praktisch konstant geblieben, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health. Berücksichtigt man die Impfausgaben von rund 110 Millionen Euro nicht, dann beträgt der Rückgang im Oktober fünf Prozent.

Gesunken ist auch die Menge der abgegebenen Packungen, und zwar um 3,5 Prozent auf knapp 58 Millionen. Dabei ist ein klarer Trend bei der Verordnung von Ärzten erkennbar: N1- und N2-Packungen verloren im Vergleich zum Vorjahresmonat mit minus 7,9 und minus 6,4 Prozent deutlich an Marktbedeutung. Bei der Verordnung von Großpackungen ergibt sich dagegen ein leichtes Plus von 0,8 Prozent.

Mehrere Erklärungsansätze bieten sich für den deutlichen Ausgabenrückgang ein. Dabei leistet der seit August von sechs auf 16 Prozent erhöhte Zwangsrabatt zu Lasten der Hersteller sicherlich den größten Beitrag zur Kostendämpfung. Zum Vergleich: Von Januar bis Oktober 2009 betrugen die Zwangsrabatte zu Gunsten der Kassen 766 Millionen Euro, im laufenden Jahr sind es 1,112 Milliarden Euro.

Ein weiteres Motiv sind die Impfausgaben, die mit 884 Millionen Euro von Januar bis Oktober rund 16 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Ursächlich dafür sind die starken Rückgänge bei FSME- und HPV-Impfungen im Vergleich zu 2008 und 2009.

Ausgabendämpfend hat sich auch der Rückgang bei Erkältungspräparaten ausgewirkt, die noch im Oktober 2009 zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen hatten. So lagen die Kassenausgaben für Halsschmerzmittel (minus 21,3 Prozent) oder Antitussiva (minus 7,9 Prozent) deutlich unter Vorjahresniveau.

In der Gesamtbetrachtung für 2010 ergeben sich bislang Ausgaben der gesetzlichen Kassen für Arzneimittel, Vakzine und Testdiagnostika von 24,3 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 1,7 Prozent.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »