Ärzte Zeitung online, 05.01.2011

Pharmaindustrie verweist Apotheker für Ausgleichsansprüche an die Politik

BERLIN (maw). Der mit Inkrafttreten des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) zu Beginn des Jahres eingeführte Großhandelsabschlag von 0,85 Prozent sorgt für Lagerwertverluste in Apotheken. Dies hat auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) registriert. Allerdings verweist dieser Apotheker, die einen Ausgleich fordern, an die Politik - den Absender des Gesetzes.

Die Lagerwertverluste in den Apotheken entstehen laut BPI dadurch, dass der Abschlag auch für verschreibungspflichtige Arzneimittel anfällt, die von Apotheken schon 2010 eingekauft wurden, aber erst 2011 abgegeben werden. Gründe für einen Ausgleich dieser Verluste durch den Arzneimittelhersteller gebe es nicht.

Der Lagerwertverlust entstehe nach Ansicht des BPI durch gesetzgeberische Maßnahmen auf der Handelsstufe, der Herstellerabgabepreis bleibe hingegen unverändert. "Die Arzneimittelhersteller haben Verständnis dafür, dass Apotheken einen Ausgleich für ihre Lagerwertverluste verlangen. Da die Verluste aber durch die Erhöhung von Abschlägen auf der Handelsstufe entstanden sind, sind die Hersteller hierfür absolut nicht der richtige Ansprechpartner. Die Hersteller sind nur für den Herstellerabgabepreis verantwortlich. Dieser hat sich nicht verändert. Die Verbände der Apotheker sollten ihre Mitglieder auf diesen Sachverhalt aufmerksam machen. Zur Zeit werden Hersteller massenhaft mit Anfragen von Apotheken nach Lagerwertverlustausgleichen konfrontiert. Bei allem Verständnis für die schwierige Gemengelage, sind diese Forderungen unbegründet", erklärte Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI.

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