Ärzte Zeitung online, 21.01.2011

Lauterbach: AMNOG gefährdet Krebspatienten

PASSAU (eb). Einen Tag nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss die Verfahrungsordnung für die frühe Nutzenbewertung festgelegt hat, kommt Kritik aus der SPD am AMNOG. Deren gesundheitspolitischer Sprecher, Professor Karl Lauterbach, vermutet durch die Neuregelung neue Risiken vor allem für Krebspatienten.

Lauterbach: AMNOG gefährdet Krebspatienten

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach: "Das Gesetz ist selten dumm."

© Müller-Stauffenberg / imago

"Es ist traurig, aber wahr: Die Patientensicherheit wird sich gerade bei Krebsmedikamenten verschlechtern", sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse" unter Verweis auf Expertenanhörungen im Gesundheitsausschuss.

Er warnte, dass nun einige Krebsarzneien schneller und dadurch weniger gut geprüft zugelassen würden. Lauterbach: "Das beschleunigte Zulassungsverfahren ist ein Weg, um an der Nutzenbewertung vorbeizukommen."

Hersteller würden nach dem neuen Verfahren eingeladen, die Prüfung der Arzneien weniger sicher zu machen. "Aus ärztlicher und gesundheitsökonomischer Sicht ist das Gesetz selten dumm", monierte er.

Es gebe keinen Anreiz für die Industrie, "nach der schnellen Zulassung ihres Medikaments weitere Studien anzustellen". Nun versuche der Gemeinsame Bundesausschuss Schadensbegrenzung bei dem Gesetz.

Lauterbach forderte, künftig bei der Arzneimittelprüfung mehr in die Prüfung zu intensivieren. Man brauche mehr und unabhängige Prüfungen.

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