Ärzte Zeitung online, 03.02.2011

Einigung bei Umsetzung der Mehrkostenregelung

NEU-ISENBURG (run). In der Frage, wie die Mehrkostenregelung beim Präparatewunsch eines Patienten in der Praxis umgesetzt werden soll, zeichnet sich jetzt eine Klärung ab.

In einer Sitzung haben sich Mitte dieser Woche die Gremien des GKV-Spitzenverbands und des Deutschen Apothekerverbands (DAV) auf einen Verfahrensmodus geeinigt.

Nach der im Januar mit dem AMNOG in Kraft getretenen Mehrkostenregelung steht Patienten zwar seither das Recht zu, in der Apotheke anstelle des eigentlich abzugebenden Rabatt-Präparats ein anderes, wirkstoffidentisches Präparat zu erhalten.

Doch es gab es Streitigkeiten, wie bei einer Selbstzahlung durch den Patienten Kassenabschlag und Herstellerrabatt eingezogen werden.

Das BMG hatte jüngst klargestellt, dass die Kassen dazu nicht berechtigt sind. Apotheken wurde in diesem Zusammenhang wiederum von einigen Krankenkassen vorgeworfen, mit der Mehrkostenregelung auf Kosten der Patienten "Kasse zu machen", da sie die sonst üblichen Abschläge umgehen.

Nach wie vor hinken zwar etliche Kassen bei der Information hinterher, mit welchen Abzügen die Patienten bei der Rückerstattung zu rechnen haben. Doch zumindest, was die gesetzlichen Abzüge angeht, könnte es demnächst folgende Regelung geben.

Bei der Wahl eines Wunscharzneimittels zahlt der Patient weiterhin den vollen Verkaufspreis in der Apotheke und erhält eine Kopie des Rezepts, das er bei der Kasse für die Erstattung des Differenzbetrags zwischen Rabattarzneimittel und dem Wunschpräparat einreicht.

Das Originalrezept wird von der Apotheke wie andere GKV-Rezepte bei den Rechenzentren eingereicht und mit Pharmazentralnummer und Sonderkennzeichen versehen, sodass der nach SGB V vorgesehene Kassenabschlag und Herstellerrabatt von den Apotheken eingezogen werden können.

Die Hersteller müssen Berichten zufolge wiederum den Apotheken den Rabatt zurückerstatten. Geschieht das nicht, kann die Apotheke ihn von der Kasse zurückzufordern. Für die Abwicklung sollen die Pharmazeuten eine Aufwandspauschale von je 50 Cent erhalten.

Stimmen die Vorstände von DAV und GKV-Spitzenverband dem Verhandlungsergebnis ihrer Gremien zu, dann ist geplant, dass die Regelung zum 1. April in Kraft tritt.

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