Ärzte Zeitung online, 17.02.2011

BMG fordert für Nec-aut-idem medizinische Gründe

BERLIN (cw). Nec-aut-idem darf nur aus medizinischen Gründen erfolgen. Ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat jetzt das Bundesgesundheitsministerium zu diesem Hinweis an mehrere Verbände im Gesundheitswesen veranlasst.

BMG fordert für Nec-aut-idem medizinische Gründe

Aut-idem ausschließen: Bitte nur bei medizinischen Gründen, sagt das BMG.

© sth

Anfang Februar hatte "Der Spiegel" über regional unterschiedlich hohe Umsetzungsquoten bei der Aut-idem-Substitution berichtet. Zudem würden Pharmaunternehmen in Kooperationsvereinbarungen mit Praxisnetzen Einfluss auf diese Umsetzungsquoten nehmen würden. Auch von Geldzuwendungen war die Rede.

Für den Bericht bezog sich das Nachrichtenmagazin damals auf Zahlen des Informationsdienstleisters Insight Health. Das Unternehmen bestätigte die Zahlen allerdings nicht.

Doch das Bundesgesundheitsministerium nahm die Berichte zum Anlass, sämtliche Pharmaverbände, aber auch den GKV-Spitzenverband, die KBV und die Bundesärztekammer auf die korrekte Verwendung des Aut-idem-Kreuzchens hinzuweisen.

In dem Schreiben heißt es, dass ein "grundsätzlich zulässiger Ausschluss" der Aut-idem-Substitution "unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes nur dann erfolgen darf, wenn dieses aus medizinische Gründen notwendig ist".

Interessant: In dem einschlägigen Paragrafen 73 Absatz 5 SGB V, der Ärzten den Ausschluss der Substitution erlaubt, werden damit keine legitimierenden Gründe verknüpft.

Weiter heißt es in dem Schreiben des BMG: "Sofern eine Substitution durch eine Vertragsärztin/einen Vertragsarzt aus sachfremden Erwägungen ausgeschlossen wird, verstößt dieses gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot und ist im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsprüfung sanktioniert".

Dem folgt - als Wink mit dem Zaunpfahl - eine ausführliche Auflistung diverser sozial-, wettbewerbs- und strafrechtlicher Paragrafen, nach denen die Vorteilsnahme bei Verordnung zu GKV-Lasten zu ahnden wäre.

Konsequenz des BMG-Schreibens: Kassen könnten künftig stärker als bisher regionale Aut-idem-Quoten im allgemeinen, Umsetzungsquoten von Rabattvereinbarungen im besonderen zum Anlass für Wirtschaftlichkeitsprüfungen und Korruptions-Recherchen nehmen.

[18.02.2011, 01:14:30]
Christoph Polanski 
Nec-aut-idem medizinische Gründe?
Keine Ahnung was Sie mit dem Artikel erreichen wollen?
Geht es auch mit einem verständlichem Deutsch?
Was soll man unter : "unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebotes" verstehen?
Wer soll dabei profitieren?
Wie es aussieht, wir die Bürokratie immer verrückter und die Ärztezeitung druckt immer mehr sinnlose Beiträge.  zum Beitrag »

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