Ärzte Zeitung, 07.06.2011

GKV-Arzneiausgaben sinken deutlich

Die Zwangsrabatte von Herstellern, Apotheken und des Großhandels bescheren den Kassen enorme Einsparungen und addierten sich bis April auf rund 1,2 Milliarden Euro.

GKV-Arzneiausgaben sinken deutlich

FRANKFURT/MAIN (fst). Die Kostendämpfungsmaßnahmen der jüngsten Gesundheitsreformen haben die GKV-Ausgaben für Arzneimittel und Impfstoffe im April um 8,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat sinken lassen.

Die Kassen zahlten 2,43 Milliarden Euro für Arzneimittel und etwa 60 Millionen Euro für Impfstoffe. Auch der Absatz nach Packungen ist stark um 4,1 Prozent auf 55,5 Millionen gesunken, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit.

Zwangsrabatte berücksichtigt, Rabattverträge nicht

In diesen Zahlen sind die Zwangsrabatte von Herstellern und Apotheken berücksichtigt, nicht aber die Einsparungen aus Rabattverträgen.

Im Jahresverlauf ergeben sich bislang Gesamtausgaben der Kassen von rund 9,7 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 4,7 Prozent im Vergleich zum Januar bis April 2010. Die Zahl der abgegebenen Packungen bleibt mit 229 Millionen fast konstant (plus 0,5 Prozent).

Zwangsabschläge für Apotheken und Großhandel kommen Kassen zugute

Motor der Entwicklung sind die drastisch gestiegenen Zwangsabschläge vor allem der Hersteller zugunsten der Kassen. Sie nahmen in den ersten vier Monaten von 344 (2010) auf 749 Millionen Euro zu. Die Apotheken mussten statt für 355 (2010) nun für 415 Millionen Euro Abschläge leisten.

Der Großhandel wurde im gleichen Zeitraum mit 55 Millionen Euro belastet, er muss seit Jahresbeginn einen Abschlag von 0,85 Prozent auf den Herstellerabgabepreis leisten. Somit addiert sich das Entlastungsvolumen der Kassen Ende April auf 1,2 Milliarden Euro.

Auch in den KV-Regionen ist die Entwicklung stagnierend oder leicht rückläufig. Am stärksten, um 2,4 Prozent, ist die Zahl der abgegebenen GKV-Packungen in Sachsen zurückgegangen. Das deutlichste Wachstum verzeichneten Bremen (1,9 Prozent) sowie Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein (je 0,8 Prozent).

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