Ärzte Zeitung, 13.07.2011

Bahr will Werbeverbote für Arzneien lockern

BERLIN (bee/dpa). Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will die Verbote bei der Werbung für Arzneimittel lockern. Nach Medienberichten sollen Pharma-Unternehmen mit Studien oder auch Patientenschicksalen werben dürfen.

Laut einem Eckpunktepapier des BMG soll die "Wiedergabe von Krankengeschichten, der bildlichen Darstellung oder Bezugnahmen auf Äußerungen Dritter" nur noch verboten sein, wenn sie in "missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt".

Hintergrund der Lockerung ist eine EU-Richtlinie, die es beispielsweise erlaubt, Beipackzettel ins Internet stellen zu dürfen.

Ein Ministeriumssprecher bestätigte am Dienstag, dass das Arzneimittelgesetz novelliert und das Heilmittelwerbegesetz an EU-Recht angepasst werde.

Es bleibe aber dabei, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel im Grundsatz verboten seien. Nur für Fachkreise gelte dieses strikte Verbot nicht. „Die Regelungen sollen bis zum Sommer 2012 umgesetzt werden“, so der Sprecher.

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