Ärzte Zeitung, 14.07.2011

Südwest-KV plant eine Verordnungsampel

STUTTGART (fst). Die neue KV-Führung in Baden-Württemberg macht Ernst mit dem Motto, dass die Körperschaft von positiven Erfahrungen profitieren will, die in Selektivverträgen gesammelt wurden.

Südwest-KV plant eine Verordnungsampel

KV-Chef Dr. Norbert Metke hat angekündigt, die Körperschaft plane, das EDV-"Ampelsystem", über das Ärzte in AOK-Selektivverträgen Verordnungsempfehlungen erhalten, auf die Kollektivversorgung auszuweiten.

Metke begründete am Mittwoch bei der Vertreterversammlung in Stuttgart sein Vorhaben mit den Worten, was sich "im Selektivvertrag bewährt habe, sei auch im Kollektivvertrag gut".

AOK: Einsparungen von rund 30 Millionen Euro

Im AOK-Hausarztvertrag bekommen Ärzte in ihrer Praxissoftware durch das EDV-Modul Hinweise auf Rabattmedikamente oder auf Alternativen zu Analogpräparaten. Die AOK hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr rund 30 Millionen Euro dadurch gespart, dass Hausärzte häufiger Rabattpräparate verordnen als in der Regelversorgung.

Falls die Übernahme des so genannten gekapselten Softwarekerns für die KV aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, werde die Körperschaft ein eigenes Programm entwickeln, so Metke. Möglich sei es, über den sogenannten ATC-Code diagnosebezogene Arzneimittelkosten abzubilden und so dem einzelnen Arzt Einsparpotenziale aufzuzeigen.

Teilnahme soll nicht verpflichtend sein

Allerdings werde die Teilnahme am Softwaremodul für Vertragsärzte "mit Sicherheit nicht verpflichtend" sein, so der KV-Chef. Mögliches Startdatum sei im Herbst 2012.

Die neue KV-Führung hat von Beginn an deutlich gemacht, dass sie eine "rigide" an Wirtschaftlichkeit orientierte Arzneimitteltherapie anstrebt. Durch Einsparungen sollten so Spielräume für bessere Honorare geschaffen werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »