Ärzte Zeitung, 27.08.2011

Pro Generika sieht wachsende Konzentration

BERLIN (HL). Die Rabattverträge haben langfristig eine möglicherweise negative Auswirkung auf den Wettbewerb im Generika-Markt. Der Branchenverband Pro Generika untermauert dies nun mit aktuellen Marktdaten aus den ersten vier Monaten dieses Jahres.

Danach stammten 74 Prozent aller von Januar bis April 2011 abgegebenen Rabattarzneimittel von einem der zehn umsatzstärksten Hersteller. Der Anteil dieser Unternehmen am Marktsegment ohne Rabattvertrag habe dagegen bei lediglich 34 Prozent gelegen. Pro Generika: "Rabattverträge fördern damit deutlich die Konzentration auf der Herstellerseite."

Nach Auffassung von Pro Generika ist damit die Annahme von Krankenkassen, dass mit den Rabattverträgen vor allem kleinere und mittlere Pharmaunternehmen mehr Chancen im Wettbewerb hätten, nicht länger haltbar. Die Daten des Marktführungsinstituts IMS Health belegten vielmehr das Gegenteil.

Tatsache ist, dass die Rabattverträge, deren Konditionen zwischen Herstellern und Kassen vertraulich bleiben und somit den verordnenden Ärzten nicht transparent sind, zu erheblichen Marktanteilsverschiebungen geführt haben.

Vor allem in der ersten Phase der Rabattverträge haben in Deutschland völlig unbekannte und unbedeutende Unternehmen mit nur geringen Marktanteilen eine Chance gesehen, via Vertrag mit den Kassen in den deutschen Markt vorzustoßen. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass es beim Start der Verträge auch Lieferdefekte gab.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »