Ärzte Zeitung, 16.10.2011

Fonds schwimmt im Geld, der Zwangsrabatt bleibt

BERLIN (af). Der Zwangsrabatt auf Arzneimittelpreise ist nicht mehr verhältnismäßig. Diesen Standpunkt vertritt die vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer.

Nachdem der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt davon ausgehe, dass der Gesundheitsfonds im laufenden Jahr einen Überschuss von 4,4 Milliarden Euro erzielen werde, seien die düsteren Prognosen über die Wirtschaftsentwicklung und eine schlechte Finanzausstattung der Krankenkassen überholt, sagte Fischer am 14. Oktober.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte den Arzneimittelherstellern in Deutschland im vergangenen Jahr im GKV-Finanzierungsgesetz einen erhöhten Zwangsrabatt aufgebürdet.

[16.10.2011, 20:46:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Wes' Brot ich ess', des Lied ich sing'"
Bei der frischgebackenen vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer (Verband der forschenden Arzneimittelhersteller) hätte ich mir mehr Sensibilität vorgestellt. Immerhin war sie SPD-Landesgesundheitsministerin NRW, bevor sie auf den gut dotierten Vorstandsvorsitz der BARMER-GEK wechselte, um seit 1. 5. 2011 Sprachrohr des vfa zu sein.

Nur zur Erinnerung: Die "Zwangsrabatte" waren die einzige "Kröte", die Arzneimittelhersteller im vergangenen Jahr beim GKV-Finanzierungsgesetz schlucken mussten. Wie die Apotheker den Rabatt auf ihr "Schublade-auf-und-zu" Entnahmehonorar. Für uns Hausärzte/-innen wurde die vorher gesetzlich bestehende, aber niemals bundesweit eingelöste Verpflichtung zur gesonderten Hausarzt-zentrierten-Versorgung (HzV) ersatzlos gestrichen.

Zur Speerspitze, die im Schulterschluss mit der facharztlastigen KBV und dem damaligen Bundesgesundheitsminister, Dr. med. Philipp Rösler, die HzV mit allen Mitteln torpediert hatte, gehörte niemand Geringeres als die hier ziemlich "unverhältnismäßig" wieder auftauchende vfa-Fachfrau Birgit Fischer.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler FAfAM Dortmund
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