Ärzte Zeitung online, 30.12.2011

TK: Arzneispargesetz wirkt

"Gut gemacht!" Die Techniker Krankenkasse lobt die Politik für das AMNOG. Denn der darin festgeschriebene Herstellerrabatt hat den Kassen allein in den ersten drei Quartalen 600 Millionen Euro erspart.

TK: Arzneispargesetz wirkt

Geld für Arzneien: Der Herstellerrabatt wirkt.

© Sven Bähren / fotolia.com

HAMBURG (maw). Arzneimittel im Volumen von mehr als 25 Milliarden Euro haben niedergelassene Ärzte in Deutschland in den ersten drei Quartalen dieses Jahres auf Kasse verordnet.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) praktisch keine Veränderung.

Zugleich seien jedoch die Rabatte, die die Kassen erhielten, spürbar angestiegen - von knapp zwei Milliarden auf rund 2,6 Milliarden, so die TK mit Verweis auf Statistiken des GKV-Spitzenverbandes. Dies entspreche einem Anstieg von fast einem Drittel.

"Die Zahlen zeigen, dass die Maßnahmen, die der Gesetzgeber ergriffen hat, um die Ausgaben für Medikamente im Griff zu behalten, wirken", kommentiert Thomas Widmann, Arzneimittelexperte bei der TK.

Das sei nach den hohen Steigerungsraten der vergangenen Jahre eine "wichtige Atempause für die Krankenkassen".

DDD in Sachen-Anhalt am höchsten

Im Bundesdurchschnitt entfielen auf jeden Kassenpatienten mehr als sieben Arzneimittelpackungen im Wert von fast 362 Euro.

Angestiegen sind laut TK die pro Kopf verschriebenen Tagesdosierungen: Statistisch gesehen erhielt jeder Versicherte von Januar bis September 2011 für knapp elf Tage mehr Medikamente als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Mit 457 Euro je Versicherten stellten Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern die teuersten Verornungen aus - 26 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Westfalen-Lippe kommt mit knapp 327 Euro auf den niedrigsten Pro-Kopf-Wert.

Der Durchschnittswert für eine Arzneipackung war in Berlin nach Angaben der Kasse mit knapp 61 Euro am höchsten. Auch hier liegt Westfalen-Lippe mit rund 42 Euro wieder am unteren Ende der Skala.

Spitzenreiter bei der Menge war Sachsen-Anhalt mit über 480 Tagesdosierungen pro Kopf. Am wenigsten wurde in Baden-Württemberg verschrieben, wo auf jeden Versicherten knapp 359 Tagesdosierungen kamen.

[03.01.2012, 13:54:07]
Reinhard Rodiger 
Falsche Zahlen?
Warum kümmert sich weder bei Apothekern noch bei Ärzten jemand um die Richtigkeit der von den kranken
Kassen publizierten Zahlen? .Die angegebenen 25Mrd sind ein Bruttowert,von dem 1,5 Mrd Zuzahlung
und 2,6Mrd Rabatte abzuziehen sind. Es ergeben sich also real rd 21 Mrd Kosten für die GKV.Hiervon sind
noch die geheimgehaltenen Rabatte ,die von der Industrie erpresst wurden abzuziehen.Nach allem,was be-
kannt ist .werden sie auf etwa 1 Mrd geschätzt. Wo wird das verbucht?
Übrig bleiben GKV-Kosten von etwa 20 Mrd.- eben 5 Mrd weniger.Je grösser die Zahl,die stabil bleibt,desto
grösser der Erfolg?
Warum weisen die Kassen nicht daraufhin,dass die hohen Kosten in Berlin hauptsächlich durch die HIV-
Therapie verursacht ist,die etwa in Westfalen-Lippe kaum eine Rolle spielt. Es reicht eben;Berlin ist teuer. zum Beitrag »

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