Ärzte Zeitung, 21.08.2013

Dank neuer Arzneien

Rheuma-Patienten leben zehn Jahre länger

Die Rheumatoide Arthritis hat viel von ihrem Schrecken verloren - dank vieler Arznei-Innovationen. 20 Prozent mehr Erkrankte als 1997 können gar arbeiten gehen.

Von Sunna Gieseke

Rheuma-Patienten leben zehn Jahre länger

Rheumatoide Arthritis lässt sich immer besser behandeln. Die Zahl der Patienten, die trotz der Erkrankung arbeiten können, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

© Getty Images/iStockphoto

BERLIN. Die Versorgung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert: Im Vergleich von 2007 zu 1997 stieg die Quote der erwerbstätigen Patienten mit dieser Erkrankung um mehr als 20 Prozent (Frauen: 24 Prozent, Männer 21 Prozent).

Die Lebenserwartung bei RA ist zudem um zehn Jahre gestiegen.

Das geht aus dem Arzneimittel-Atlas 2013 hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt worden ist.

Zum achten Mal hat das Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) im Auftrag des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) diesen Atlas erstellt. Zum Teil haben die Autoren nur Zahlen bis 2007 verarbeitet.

"Biologika haben sich etabliert"

vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer begründete die Verbesserungen in der Versorgung mit Arzneimittel-Innovationen: "Patienten mit Rheumatoider Arthritis profitieren besonders vom Fortschritt in der medikamentösen Therapie."

Die Forschung der letzten Jahre habe es ermöglicht, dass fünf biotechnologisch hergestellte Wirkstoffe zur Behandlung zur Verfügung stünden, die den Botenstoff TNF-alpha gezielt ausschalten könnten. Diese Hemmer könnten das Fortschreiten der Gelenkzerstörung gezielt stoppen oder zumindest verlangsamen, erinnerte Fischer.

Im Vergleich von 2007 zum Jahr 2000 ist der Anteil der Patienten, die Biologika einnehmen, um zwei Prozentpunkte auf 17,5 Prozent gestiegen. Der Verbrauch der Tagesdosen hat sich von 2005 bis 2012 fast verfünffacht.

"Die Biologika haben sich etabliert", sagte Studienautor Bertram Häussler vom IGES-Institut.

Ausgaben blieben konstant

Defizite gebe es allerdings in der fachärztlichen Versorgung: In den ersten sechs Krankheitsmonaten suchten lediglich 40 bis 60 Prozent der Patienten einen Rheumatologen auf.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapie könne die Krankheitsprognose langfristig positiv verändern, so Häussler.

Die Ausgaben für Arzneimittel in der GKV blieben mit 29,2 Milliarden Euro 2012 fast konstant.

Den zusätzlichen Ausgaben für Mehrverbrauch (728 Millionen Euro) und für Innovationen (683 Millionen Euro) standen sinkende Ausgaben aufgrund generischen Wettbewerbs (826 Millionen Euro) und wegen sinkender Preise (459 Millionen Euro) gegenüber.

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