Ärzte Zeitung online, 20.03.2014

Gesundheitsausschuss

Experte für rezeptfreie "Pille danach"

BERLIN. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA facht die gerade etwas abgekühlte Debatte um die "Pille danach" erneut an.

Im Mai könnte die EMA den Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaone®) von der Rezeptpflicht befreien, war am Mittwoch im Gesundheitsausschuss bekannt geworden. Ende Februar erst hatte sich Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gegen die Freigabe des viel älteren Wirkstoffs Levonorgestrel (PiDaNa®) ausgesprochen.

Walter Schwerdtfeger, Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), hat den Ausschussmitgliedern dagegen nahe gelegt, Levonorgestrel aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Es gebe bei rund fünf Millionen Anwendungen nur zwei dokumentierte Fälle eines Verdachts auf unerwünschte Nebenwirkungen.

Für Ulipristalacetat, das von der EMA zentral zugelassen wurde, empfahl Schwerdtfeger hingegen, bei der Rezeptpflicht zu bleiben. Das Mittel könne auch wie eine Abtreibungspille wirken, sei noch nicht ausreichend erforscht und es gebe Hinweise auf Nebenwirkungen.

Mehrere EU-Verordnungen zur Gesundheitspolitik liegen derzeit auf Eis, weil der Bundesrat sie nur im Paket mit einer Freigabe von Levonorgestrel verabschieden will. Der Wirkstoff ist nahezu EU-weit rezeptfrei zu haben. (af)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

QuaMaDi wird fortgesetzt

Aufatmen im Norden: KV und Kassen haben sich auf den Fortbestand des Brustkrebsfrüherkennungsprogramm QuaMaDi geeinigt. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »