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Ärzte Zeitung, 16.05.2014

Pharma

Auch der Mittelstand setzt auf Transparenz

Die Unternehmen des pharmazeutischen Mittelstandes haben ihren Kodex ergänzt.

BERLIN. "Wir sind bereit den Weg der Transparenz mit zu gestalten" sagte Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes, bei der Mitgliederversammlung des Vereins Arzneimittel und Kooperation (AKG) in Berlin. Im Zentrum steht dabei der Umgang mit Interessenkonflikten, bei denen professionelles Handeln unangemessen beeinflusst wird.

Im Bereich der klinischen Forschung können Konflikte entstehen, wenn Drittmittel aus der Industrie an forschende Ärzte etwa in Kliniken, aber auch in der ambulanten Medizin fließen. Um dies zu vermeiden, sollen Leistung und Gegenleistung, die vertraglich vereinbart werden, transparent gemacht werden.

Ein weiterer Interessenkonflikt stellt die Fortbildungsfinanzierung durch pharmazeutische Unternehmen dar. Etwa 60 bis 70 Prozent der ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen in Deutschland werden von der pharmazeutischen Industrie mitfinanziert.

Der Hartmannbund plädiert - wie auch der Deutsche Ärztetag - für eine industrieunabhängige Fortbildung. Die Industrie soll allerdings die Möglichkeit haben, ärztliche Fortbildung über einen von den Ärztekammern verwalteten Fonds mitzufinanzieren.

Sollvorschrift und nicht Transparenzkodex

Die Mitglieder des AKG, überwiegend mittelständische Pharma-Unternehmen, haben nun eine Transparenzregelung sowie einen Leitfaden verabschiedet, der abweichend von den Vorgaben des europäischen Pharmaverbands EPFIA nicht als Transparenzkodex installiert wird, sondern als Sollvorschrift in den bestehenden Verhaltenskodex integriert wird. Ab 2015 sollen finanzielle oder geldwerte Zuwendungen in den verschiedenen Kategorien erfasst werden und ab 2016 jährlich öffentlich gemacht werden.

"Mit dieser Transparenzregelung wollen wir das Vertrauen der Öffentlichkeit in eine sachgerechte Produkt- und Therapieauswahl ohne wirtschaftliche Interessen sowie in einem lauteren Wettbewerb stärken", betonte der Geschäftsführer des AKG, Kai Christian Bleicken und forderte auch die anderen Partner im Gesundheitswesen dazu auf "ihren Beitrag zu leisten".

Für den AKG, dem mitgliederstärksten Verbund der freiwilligen Selbstkontrolle, ist die neue Transparenzregelung ein weiterer Baustein im Rahmen der Compliance-Maßnahmen. (uju)

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