Ärzte Zeitung, 27.01.2015

Apothekenberatung

Defizite bei Aufklärung über OTC-Arzneien?

Der WDR wirft Apothekern eine schlechte Beratung bei OTC-Käufen vor. Die Offizine wehren sich.

KÖLN. Journalisten des Fernseh- und Radiosenders WDR werfen Apothekern vor, Kunden beim Kauf rezeptfreier Arznei nur mangelhaft zu beraten. Die Apothekerkammern halten mit den Ergebnissen eigener Testkäufe dagegen.

Für Verbrauchersendungen hatten Tester nach Angaben des WDR in 18 nordrhein-westfälischen Apotheken OTC-Arzneien erworben und dabei zum Teil nach Mitteln gefragt, die nicht zusammen eingenommen werden sollten.

Die angeblichen Kunden haben abgewartet, ob und wie die Apotheker von sich aus beraten.

Das Ergebnis ist wenig erfreulich. Die Testkäufer bewerteten in zehn Fällen die Beratung als schlecht, in fünf als mittel und nur in drei als gut.

"Die klassischen Vor-Ort-Apotheken schnitten in der Stichprobe nicht wesentlich besser ab als die Discounter", teilt der WDR mit. Auch bei den Versandapotheken waren ausführliche Informationen die Ausnahme.

Die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe bewerten die Sachlage dagegen völlig anders.

Auf Basis von fast 15.000 Testkäufen durch pharmazeutisches Fachpersonal seit 2005 kommen sie zu dem Ergebnis, dass zwei von drei Apotheken in NRW den Kunden eine sehr gute oder gute Beratung bieten.

In 68 Prozent der Gespräche in den Apotheken sei ermittelt worden, für wen konkret die Arznei bestimmt sei, seien Details zur Erkrankung erfragt und Hinweise zur Anwendungsdauer gegeben worden, heißt es in einer Mitteilung.

Die Ergebnisse der immer wieder durchgeführten Apothekentests basierten zumeist auf den subjektiven Eindrücken von nur einem oder zwei Testern, kritisieren die Kammern.

Oft stehe das Ergebnis leider schon vor dem Test fest. Sie bemängeln zudem, dass der WDR ihnen keine Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben hat.

Die Kammern haben von den Journalisten weitere Infos angefordert, um gegebenenfalls auf Missstände reagieren zu können. Bislang sei aber keine Reaktion erfolgt. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »