Ärzte Zeitung, 17.09.2015

Zweites Quartal

Arzneiausgaben um vier Prozent gestiegen

FRANKFURT/MAIN. Das Wachstum der Arzneimittelausgaben in der GKV hat sich im zweiten Quartal verlangsamt und betrug vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, berichtet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Die Ausgaben beliefen sich auf rund 7,9 Milliarden Euro, Einsparungen aus Rabattverträgen und Abschlägen der Hersteller bereits berücksichtigt. Die Zahl der abgegebenen Packungen stagnierte bei 171 Millionen Packungen (plus 0,3 Prozent).

Bei den führenden Präparategruppen hat es kaum Mengenzuwächse gegeben. Getrieben wurde die Entwicklung hingegen wie im ersten Quartal durch die Umsatzentwicklung bei neuen Hepatitis C-Präparaten sowie onkologischen Therapien und Immunmodulatoren.

Aufs ganze erste Halbjahr bezogen, haben die Ausgaben hingegen stärker zugelegt, nämlich um 5,9 Prozent. Bei der Menge ergibt sich ein Zuwachs von 2,0 Prozent.

Nachfrage nach Erkältungspräparaten deutlich gestiegen

In Apotheken hat sich der Markt für verschreibungsfreie Arzneimittel seit Jahresbeginn dynamisch entwickelt: IMS Health verzeichnet bis Ende Juli bei OTC einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro, (plus 8,2 Prozent). Um den gleichen Wert ist der Absatz nach Packungen gestiegen (496 Millionen).

Bedingt durch die Erkältungswelle zu Jahresbeginn hat sich die Nachfrage nach Erkältungspräparaten und Mitteln zur Stärkung des Immunsystems zweistellig entwickelt.

Abschläge der Hersteller und der Apotheken zugunsten von GKV und PKV addieren sich von Januar bis Juli auf 2,3 Milliarden Euro, 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Knapp 1,4 Milliarden Euro machen die Nachlässe der Hersteller für die GKV aus, hinzu kommen Abschläge von 233 Millionen Euro zugunsten der PKV.

Der Obolus der Apotheken beläuft sich im gleichen Zeitraum auf 661 Millionen Euro.Ein stark wachsender Anteil der Herstellerrabatte geht auf Erstattungsbeträge für neue Präparate zurück.

Diese sind im Nachgang zur frühen Nutzenbewertung im Rahmen des AMNOG-Verfahrens vereinbart worden. In den ersten sieben Monaten waren dies 401 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 201 Millionen Euro). (fst)

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