Ärzte Zeitung, 19.03.2015

AWMF

Sieben Vorschläge für bessere Nutzenbewertung

In sieben Punkten sieht die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Verbesserungsbedarf bei der Nutzenbewertung.

DÜSSELDORF. Die Arbeitsgruppe "Nutzenbewertung" der AWMF hat sieben konkrete Verbesserungsvorschläge für die Arzneimittelevaluation nach dem AMNOG erarbeitet.

Vergleichstherapie: Die Praxis sei problematisch, auch weil von den von der EMA verlangten Vergleichstherapien abgewichen werde. Die AWMF fordert, vor Eröffnung des Nutzenbewertungsverfahrens unabhängige klinische Fachexperten einzubeziehen.

Leitlinien: Recherche und Kommentierung der jeweils aktuellen Leitlinien müssten Bestandteil des Dossiers sein; IQWiG und GBA müssten das berücksichtigen.

Klinisch relevante Endpunkte: Zusammen mit der Festsetzung der Vergleichstherapie müsse eine präzise Definition und Hierarchisierung von Endpunkten unter Beteiligung klinischer Experten und Patientenvertretern erfolgen. Ist keine abschließende Bewertung der Endpunkte möglich, müsse vom Instrument der Befristung Gebrauch gemacht werden.

Subgruppen: Die Unterteilung in Subgruppen müsse mit Blick auf Evidenz, Stichhaltigkeit, statistische Aussagefähigkeit und klinische Anwendbarkeit reflektiert werden. Klinische Expertise müsse genutzt werden.

Orphan Drugs: Die AWMF kritisiert, dass die Methodik des GBA zur Bewertung des Dossiers bei Orphan Drugs nicht transparent sei. Der GBA solle unter Einbeziehung von Wissenschaftlern prüfen, inwieweit die Bewertungsmethodik bei Orphan Drugs vereinheitlicht werden kann.

Bildung des Erstattungspreises: Die AWMF kritisiert, dass bei den Verhandlungen zum Erstattungsbetrag lediglich die Arzneimittelkosten relevant sind. Es finde keine gesundheitsökonomische Evaluation statt, in der die Kosten der Gesamtversorgung einbezogen würden.

Es fehlten Anreize, wirtschaftliche Produkte zu entwickeln.Die frühe Nutzenbewertung müsse deshalb um eine Evidenz zur Gesamt-Wirtschaftlichkeit der neuen Arzneimittel ergänzt werden.

Harmonisierung: Sie sei in Europa in Bezug auf den patientenrelevanten Nutzen und seine Kriterien "dringend erforderlich". (HL)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »