Ärzte Zeitung, 06.05.2013

Spezialfachärzte

GBA veröffentlicht ASV-Richtlinien

Die Ambulante spezialfachärztliche Versorgung hat endlich aber knirschend Fahrt aufgenommen. Das Ministerium gibt sich "not amused". Ruhe wird in die Diskussion ohnehin nicht einkehren.

Von Anno Fricke

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Ambulante Chemotherapie: Die Richtlinie für die ASV steht.

© Mathias Ernert

BERLIN. Die Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung nimmt eine weitere Hürde. Fast sechs Wochen, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) die neuen Regeln für die Versorgung nach Paragraf 116 b beschlossen hat, will das Gremium am Montag das Regelwerk einschließlich der tragenden Gründe im Internet veröffentlichen.

Mit der Arbeit an der konkreten Ausgestaltung der Richtlinie über die allgemeinen Paragrafen hinaus haben die GBA-Unterausschüsse bereits begonnen.Die Akteure rechnen mit langen Meinungsbildungsprozesen.

Erste Konkretisierungen soll es bis spätestens Frühjahr 2014 geben. Der verzögerte Start des Projektes wird im Gesundheitsministerium kritisch gesehen. "Die Zeit ist deutlich überschritten", sagte ein Sprecher am Wochenende der "Ärzte Zeitung".

Mit dem Versorgungsstrukturgesetz hatte die schwarz-gelbe Koalition dem GBA vorgegeben, bis Ende des Jahres 2012 eine Richtlinie zu verabschieden.

Ruhe wird in die Diskussion um die neue Versorgungsform ohnehin nicht einkehren. Jetzt wird über Vorstöße aus dem Bundesversicherungsamt berichtet, den an sich von Mengen- und Budgetbegrenzungen befreiten neuen Sektor unter Kostengesichtspunkten unter die Lupe nehmen zu wollen.

Dem hat der CDU-Politiker Horst Koschorrek eine Absage erteilt. "Das ist nicht sinnvoll," sagte er bei der Auftaktveranstaltung des 8. Kongresses des Bundesverbandes Deutscher Rheumatologen (BDRh) am Freitag in Berlin.

Ein gangbarer Kompromiss

Kostenbegrenzungsinstrumente sind gleichwohl im Gespräch. Wulf-Dietrich Leber vom GKV-Spitzenverband sprach sich bei der gleichen Veranstaltung für eine Bedarfsplanung auch für die ASV aus, der unparteiische Vorsitzende des GBA, Josef Hecken, für eine Mengenbegrenzung durch Einschränkungen des Leistungskatalogs.

Grund für die ungewöhnlich lange Spanne zwischen Beschluss und Veröffentlichung, der Richtlinie sei die aufwendige Überarbeitung der ursprünglichen Beschlussfassung gewesen, sagte Hecken.

Dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft in vielen Einzelpunkten uneins waren, hatte bereits der Verlauf der Plenumssitzung am 21. März gezeigt.

23 Mal musste über die Inhalte in Kampfabstimmungen entschieden werden. Das Gesamtwerk an sich war dann jedoch einstimmig verabschiedet worden.

Für den Vorsitzenden des BDRh, Dr. Edmund Edelmann, sind die bislang bekannten Regeln für die ASV "ein gangbarer Kompromiss". Die Rheumatologen werden zu den Pionieren der neuen Versorgungsform gehören.

Hinter den gastrointestinalen und den gynäkologischen Tumoren, für deren schwere Verlaufsformen zunächst konkrete Organisationsvorgaben erarbeitet werden sollen, folgen die rheumatologischen Erkrankungen an dritter Stelle. Vor 2014 dürften die Rheumatologen allerdings nicht mit dem Startschuss rechnen, sagte Hecken.

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