Ärzte Zeitung, 22.08.2014

Kommentar zur Krankenhausplanung

Wer soll das bezahlen?

Von Angela Mißlbeck

Schön und gut: Die Krankenhausplanung in Berlin soll immer mehr Qualitätsvorgaben enthalten. Schon der aktuelle Krankenhausplan sieht für die Notaufnahmen bestimmte Qualitätsstandards vor.

Dazu zählen Anforderungen an die Qualifikation der Ärzte. Diesen Weg will der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) weitergehen.

Die Ärztekammer Berlin unterstützt ihn darin. Auch die Berliner Krankenhausgesellschaft findet das gut. Wer wollte widersprechen?

Doch Plan ist Plan, und die Realität sieht meist anders aus. Tatsächlich sind in den meisten Rettungsstellen nicht rund um die Uhr die geforderten Fachärzte vor Ort.

Das ist für die Krankenhäuser schlicht nicht finanzierbar. Sie klagen nicht nur in der Hauptstadt darüber, dass die Notfallbehandlung unterfinanziert ist.

Das weiß auch Czaja, der sich deshalb auf Bundesebene für eine bessere Finanzierung einsetzen will.

Mindestens ebenso hart muss der Senator aber auf Landesebene um mehr Mittel für die Krankenhäuser kämpfen. Kein Bundesland investiert weniger Geld in seine Kliniken als Berlin.

Daran hat sich seit Jahren nichts geändert. Die Haushaltspolitiker im Senat müssen jedoch von der Wichtigkeit einer besseren Krankenhausfinanzierung erst noch überzeugt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Krankenhausplan: Berlin will Klinikkapazitäten aufstocken

Topics
Schlagworte
Bedarfsplanung (625)
Organisationen
ÄK Berlin (255)
Personen
Mario Czaja (183)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »