Ärzte Zeitung App, 25.11.2014

Brandenburg

Immer öfter fehlen Fachärzte

Augenärzte, Gynäkologen und Dermatologen werden in ländlichen Gebieten von Brandenburg dringend gesucht.

POTSDAM. Der Ärztemangel in Brandenburg verändert sich. Bei den Hausärzten gibt es nur noch einige Planungsbereiche, in denen Unterversorgung droht. Dagegen wächst die Zahl der Planungsregionen, in denen Fachärzte fehlen.

Als "Problemfachgruppe" bezeichnete der zuständige Vorstandsvize der KV Brandenburg (KVBB) Andreas Schwark die Augenärzte. Gleich in drei Planungsbereichen im Süden Brandenburgs hat der Landesausschuss für Augenärzte bestehende Unterversorgung festgestellt. Dort haben im vergangenen Jahr mindestens zwei Praxen ohne Nachfolger geschlossen (wir berichteten).

Die augenärztliche Versorgung hat sich aber auch in anderen Landesteilen weiter verschlechtert. So droht nach den Beschlüssen des Landesausschusses von KV und Krankenkassen nun in drei weiteren Planungsbereichen Unterversorgung mit Augenärzten.

Auch die ambulante gynäkologische Versorgung in Brandenburg ist weiter ausgedünnt. Hier sind zwei weitere Planungsbereiche im Norden des Landes als drohend unterversorgt eingestuft worden.

Immer kritischer steht es um die hautärztliche Versorgung. In der Prignitz besteht auf diesem Fachgebiet immer noch Unterversorgung. In zwei weiteren Regionen zeichnen sich nach Schwarks Angaben Praxisabgaben ab, unter anderem weil Ärzte langfristig erkrankt sind. Daher will die KVBB für diese beiden Regionen den Status der drohenden Unterversorgung beantragen.

Über Unterversorgung entscheidet der Landesausschuss anhand verschiedener Kriterien wie Altersstruktur der Ärzte und Einwohnerstruktur. Das Gremium ist bei seinen Entscheidungen Schwark zufolge nun etwas flexibler als bisher.

"Wir sind mit den Krankenkassen überein gekommen, dass von diesen Kriterien auch abgewichen werden kann, wenn stichhaltige Hinweise vorliegen, dass es in einer Planungsregion bald zu Veränderungen kommt", sagte Schwark bei der Vertreterversammlung am Freitag. Wenn drohende oder bestehende Unterversorgung feststeht, zahlen KV und Kassen Förderungen bis zu 50.000 Euro für die Niederlassung. (ami)

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