Ärzte Zeitung, 09.12.2015

Hamburg

Aufregung um Geriatrie in Asklepios-Klinik

HAMBURG. Die Zusammenlegung zweier Abteilungen in der Asklepios-Klinik St. Georg schlägt hohe Wellen in der Hansestadt. Entgegen ersten Veröffentlichungen der Ärztekammer Hamburg wird aber keine Geriatrie geschlossen.

"Es sind keine Veränderungen an unseren geriatrischen Abteilungen geplant. Die I. Medizinische Abteilung und die II. an der Klinik St. Georg werden zusammengelegt", sagte ein Asklepios-Sprecher der "Ärzte Zeitung".

Bei den Abteilungen handelt es sich um die Bereiche für Allgemeine Innere Medizin, Diabetes, Gastroenterologie, Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen sowie um die Abteilung für Kardiologie.

Im Zuge der Zusammenlegung soll die Position von Chefarzt Professor Dirk Müller-Wieland entfallen.Ärzte und Pflegekräfte sollen in St. Georg weiterbeschäftigt werden.

Die Ärztekammer Hamburg hatte gestern von einer "fatalen Entwicklung" gesprochen, weil nach ihren Informationen eine Abteilung geschlossen wird. "So kann man mit Ärzten und Patienten nicht umgehen", sagte Professor Frank Ulrich Montgomery.

Der Präsident der Bundesärztekammer und der Hamburger Ärztekammer vermutet als Motiv finanzielle Gründe.

Er stützt sich auf ein bislang internes Konzept von Anfang Dezember, wonach die Abteilung schon Ende des Jahres geschlossen werden soll. "Von einer Schließung steht in dem Konzept nichts. Und eine Geriatrie hat es in St. Georg nie gegeben", korrigierte Asklepios.

Die Delegiertenversammlung der Ärztekammer Hamburg verabschiedete Montagabend einstimmig eine Resolution, in der sie die vermeintliche Schließungsabsicht "mit großer Bestürzung zur Kenntnis" nimmt. "Fragen der Krankenversorgung, der Aus- und Weiterbildung sowie der Asklepios Medical School werden im Konzept nicht berührt", so die Delegierten. Die Kammer forderte Asklepios und die Gesundheitsbehörde auf, von der Schließung abzusehen.

Das Konzept müsse gemeinsam diskutiert werden. Außeerdem müsse Sorge für eine geregelte Patientenversorgung und eine gute Aus- und Weiterbildung getragen werden. (di)

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