Ärzte Zeitung, 06.10.2016

Kommentar zur KBV-Prognose

Zeit zum Handeln!

Von Helmut Laschet

Im Jahr 2030 wird Deutschland aller Voraussicht nach rund 10.000 Hausärzte weniger haben als heute – bei steigenden Anforderungen. Zeit zum Handeln ist allerdings schon jetzt. Denn die Ausbildung zum Arzt dauert mindestens sechs Jahre, die sich anschließende Weiterbildung, die junge Ärzte und Ärztinnen nicht selten in Teilzeit absolvieren, weitaus länger als die in der Weiterbildungsordnung vorgeschriebenen fünf Jahre.

Es ist nicht damit getan, Studie auf Studie zu produzieren, die immer wieder das gleiche prognostizieren: dass Deutschland vor allem ein Problem in der medizinischen Grundversorgung bekommt. Die erste Probe aufs Exempel wird sein, ob es der KBV, den KVen und den Krankenkassen gelingt, Paragraf 75a SGB V, die Förderung von 7500 Weiterbildungsstellen in der Allgemeinmedizin und 1000 Stellen für die fachärztliche Weiterbildung, mit Leben zu erfüllen.

Es lässt aufhorchen, dass Dr. Christopher Hermann, der Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, jüngst beim DEGAM-Kongress die Auffassung vertrat, das müssten Vollzeit-Stellen sein. Die bisherige Praxis sah anders aus. Gefördert wurden bislang weniger als 2500 Vollzeitäquivalente, wie aus den Evaluationsberichten hervorgeht. Die Konsequenz ist: Nachwuchsförderung wird teuer – aber es ist gut investiertes Geld!

Lesen Sie dazu auch:
KBV-Prognose: Versorgung 2030 in Gefahr?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »