Ärzte Zeitung, 04.02.2008

Unterstützung für Bayerns Hausärzte

Ärzteverbund Medi bereitet im Südwesten den Ausstieg vor / Finanzierungsmodell entwickelt

NÜRNBERG/STUTTGART (eb). Ist das GKV-System marode? Gibt es überhaupt Alternativen? Die Reaktionen von Ärzten, Patientenvertretern und Politikern auf die Hausarztproteste sind, wie erwartet, ganz unterschiedlich.

 Unterstützung für Bayerns Hausärzte

Letzte Rettung: Viele Hausärzte sehen keine Perspektive mehr in der GKV. Collage: imago/sba

Der Allgemeinarzt Dr. Wolfgang Kröger aus Cuxhaven unterstützt etwa die Proteste. In einem Leserbrief an die "Ärzte Zeitung" rät er allen Kollegen, den Vorschlägen von Bayerns Hausärztechef Dr. Wolfgang Hoppenthaller zu folgen und "sich aus der berufstödlichen Umklammerung der KV zu befreien".

Im Stich gelassen fühlt sich auch Dr. Günter Ettrich aus Sandhausen in Baden. "Es ist allerhöchste Zeit, aus diesem mehr als maroden System auszusteigen", so sein Online-Kommentar. Kritisch argumentiert der Patientenvertreter Professor Ingo Heberlein aus Fulda: "Auch mit freien Verträgen werden Ärzte aus der Reglementierung nicht entlassen, sie nennt sich dann nur anders."

Zustimmung erhielten die Hausärzte von FDP und Grünen. Bei CSU und SPD reichen die Reaktionen von Skepsis bis Kritik. Max Straubinger (CSU) warnte Ärzte davor, dass die rechtlichen Auswirkungen überhaupt nicht absehbar seien, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Indessen laufen auch in Baden-Württemberg die Vorbereitungen auf den Tag X. Medi hat ein Modell erarbeitet, um Ärzten nach dem Ausstieg finanzielle Sicherheit zu geben.

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (16858)
Personen
Max Straubinger (37)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »