Ärzte Zeitung, 23.05.2008

Welchen Nutzen haben Leitlinien im Alltag?

Bundesärztekammer unterstützt Projekte zur Versorgungsforschung

ULM (sto). Erste Ergebnisse aus abgeschlossenen Projekten der "Förderinitiative Versorgungsforschung" der Bundesärztekammer sollen im kommenden Jahr vorgestellt werden.

Das hat der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesärztekammer, Professor Peter Scriba, beim 111. Deutschen Ärztetag in Ulm angekündigt. Dann seien die ersten Projekte, die sich mit der Implementierung von Leitlinien in den ärztlichen Alltag beschäftigen, abgeschlossen.

So befasst sich eines der Projekte etwa mit der Frage, welche Implikationen Diabetes-Leitlinien für die ambulante Versorgung haben. In einem weiteren Projekt werden Umsetzungsstrategien der Leitlinie "Chronische Herzinsuffizienz" untersucht.

Mit der Förderinitiative der Bundesärztekammer zur Versorgungsforschung sollen Fragestellungen untersucht werden, die für die Ärzteschaft und für Patienten von besonderer beruflicher und gesundheitspolitischer Relevanz sind, erläuterte Scriba. Die Ergebnisse sollen darüber hinaus aber auch genutzt werden, um die Politik auf Probleme der Gesundheitsversorgung hinzuweisen, um so zu einer Verbesserung beizutragen.

Innerhalb der Förderinitiative werden nach Scribas Darstellung drei verschiedene Projektarten unterschieden, die auch unterschiedlich gefördert werden. Von den derzeit insgesamt 17 Einzelprojekten mit Modellcharakter erhalten elf eine "Vollförderung" und sechs einen Projekt-Zuschuss, berichtete Scriba.

Insgesamt werde mit der Förderinitiative die "wissenschaftliche Kompetenz der Ärzteschaft in der Versorgungsforschung" gestärkt, erklärte Scriba. Deshalb sollten die Aktivitäten fortgesetzt und neue Allianzen geschlossen werden. Auch von der Bundesregierung werde die Initiative mit großer Zustimmung zur Kenntnis genommen, berichtete Scriba.

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