Ärzte Zeitung, 26.05.2008

Arzt light? Das lehnt der Ärztetag ab!

Delegierte verabschieden am Schlusstag ein neues Förderkonzept für die Weiterbildung von Hausärzten

ULM (fuh), Der Deutsche Ärztetag hat sich entschieden gegen Konzepte und Modellvorhaben gewandt, in denen Ärzte durch Nichtärzte ersetzt werden. "Der Arzt ist kein beliebig austauschbarer Gesundheitsdienstleister", heißt es in einer von den Delegierten verabschiedeten Entschließung.

Konzentrierte Arbeit auf dem Podium: Der 111. Deutsche Ärztetag hat in Ulm ein großes Programm abgearbeitet. Tagungsort im nächsten Jahr wird Mainz sein.

Fotos: sbra

Einer "Trivialisierung und Kommerzialisierung" des Arztberufs erteilte der Ärztetag eine Absage "Nur mit dem Selbstverständnis eines hoch qualifizierten, freien Berufs bleibt der Arzt auch in Zukunft für die Patienten der Experte für Gesundheit und Krankheit sowie Vertrauensperson der ersten Wahl", stellte Sachsens Kammerpräsident Professor Jan Schulze klar.

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Klare Botschaften vor dem Tagungsgebäude: Ärzte sehen sich als Lastenträger im Gesundheitswesen.

Die Komplexität ärztlichen Handelns sei weder mit einer Partikularisierung des Arztberufs in einen "Heiltechniker" oder "Arzt light" noch mit einer Verkürzung des Medizinstudiums und Reduzierung des Primärarztes auf einen "Schmalspur-Primärversorger" vereinbar, hieß es in der Entschließung.

Die Delegierten ließen keinen Zweifel, dass die medizinische Versorgung vor dem Hintergrund der Komplexität moderner Medizin als Teamaufgabe verstanden werden müsse. "Wir sind zum Gespräch mit Vertretern anderer Gesundheitsberufe bereit", sagte die Vizepräsidentin der Bundesärztekammer Dr. Cornelia Goesmann. An der Schlüsselrolle von Ärzten im Gesundheitswesen könne und dürfe es aber keinen Zweifel geben.

Der am Freitag beendete Ärztetag gab darüber hinaus grünes Licht für ein neues Handlungskonzept, mit dem Fördermittel für die Weiterbildung von Ärzten für Innere und Allgemeinmedizin effizienter als bisher eingesetzt werden können. Damit soll es gelingen, die Weiterbildung besser zu strukturieren. Medizinstudenten sollen so stärker für den Beruf motiviert werden.

Der Ärztetag 2009 findet in Mainz und ein Jahr später in Dresden statt.

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