Ärzte Zeitung online, 04.08.2008

Kassenverband kritisiert Honorarerhöhung für Ärzte

BERLIN (dpa). Der neue Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung hat die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in Aussicht gestellte Erhöhung von Arzthonoraren kritisiert.

Die Bezüge lägen im Durchschnitt bei 120 000 Euro im Jahr, das sei "kein schlechtes Einkommen", sagte Verbandsvorsitzende Doris Pfeiffer am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

Die Ärzte sollten "gut bezahlt werden", wenn sie gute Versorgung leisteten. Bei einer pauschalen Honoraranhebung befürchte sie aber, "dass sich an der Versorgung nichts ändert und dieses Geld verpufft", sagte Pfeiffer mit Blick auf den für 2009 geplanten Gesundheitsfonds.

Sie wundere sich sehr, dass Ärzte über mangelnde Einnahmen durch die gesetzlichen Kassen klagten, kritisierte Pfeiffer. Immerhin seien 90 Prozent der Deutschen gesetzlich krankenversichert und finanzierten damit die Basis des Gesundheitssystems. Die Einrichtung des von der großen Koalition beschlossenen Gesundheitsfonds bezeichnete Pfeiffer grundsätzlich als falsch.

Ein einheitlicher Beitragssatz für alle gesetzlichen Kassen helfe niemandem. Sie gehe aber davon aus, dass die Vorbereitung des Fonds so weit gewährleistet sei, "dass das auch funktionieren wird".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »