Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

Hausärzte-Chef gegen Streiks

BERLIN (fst). Die vorläufig gescheiterten Honorarverhandlungen zwischen KBV und Kassen haben die Uneinigkeit zwischen Ärztegruppen und -verbänden deutlich werden lassen.

Ulrich Weigeldt.

Foto: Hinkelbein

Ulrich Weigeldt, Chef des Deutschen Hausärzteverbands, trat der Drohung von KBV-Chef Dr. Andreas Köhler entgegen, Ärzte seien streikbereit und es "brodele" in der Ärzteschaft (wir berichteten). "Als Ärzte haben wir einen Sicherstellungsauftrag. Wenn wir dem nicht mehr nachkommen können, müssen wir unsere Kassenzulassungen zurückgeben", sagte Weigeldt der "Berliner Zeitung". Der Verbandschef warf der KBV Versäumnisse bei den Verhandlungen vor. Köhler hatte den Abbruch der Gespräche auch damit begründet, die Kassen verweigerten die Einrichtung eines eigenen Honorartopfs für Haus- und Fachärzte.

Die KBV sei es bei der letzten Gesundheitsreform nicht gelungen, eine entsprechende Regelung durchzusetzen und vergieße nun "Krokodilstränen", wird Weigeldt in der "Berliner Zeitung" zitiert. Ein Honorarausgleich zwischen Ärztegruppen sei auch mit anderen Instrumenten möglich: "Doch mein Eindruck ist, dass die KBV das gar nicht will", so der Hausärztechef und frühere Vize-Vorstand der KBV.

Anders als Weigeldt hatten der Hartmannbund und die Freie Ärzteschaft als Reaktion auf das Verhalten der Kassen mit Streiks gedroht. Für den 19. September hat die Freie Ärzteschaft zu einer Protestkundgebung in Berlin aufgerufen.

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KBV geht im Streit um Honorare auf Konfrontationskurs

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