Ärzte Zeitung online, 13.08.2008

"Neutrale Entscheidungshilfe" der KBV zieht AOK-Vertrag in Zweifel

BERLIN (fst). Die KBV bezieht weiter äußerst kritisch Position zum Hausarztvertrag der AOK in Baden-Württemberg. In einer zweiseitigen Beilage, die dem "Deutschen Ärzteblatt" beiliegt, beleuchtet die KBV die "Kehrseite des Bierdeckels", behauptet aber zugleich, Kollegen lediglich eine "neutrale Entscheidungshilfe" an die Hand geben zu wollen.

Kollegen in Baden-Württemberg sollten wissen, so KBV-Vize Dr. Carl-Heinz Müller, "dass ihre Praxisbesonderheiten und Qualifikationen wie Akupunktur, Chirotherapie und Homöopathie (im AOK-Vertrag) nicht anerkannt werden". Die Beilage führt ausschließlich kritische Punkte im AOK-Vertrag aus Sicht der KBV auf. Dabei werden generelle Einschätzungen zu Einzelverträgen ("Die Krankenkasse diktiert Ihnen weitestgehend die Bedingungen auf der Grundlage eigener finanzieller Interessen") mit Spezifika des AOK-Vertrags ("Sie brauchen eine doppelte EDV-Lösung") vermengt.

Zudem behauptet die KBV, die Behandlung schwer kranker Patienten werde im AOK-Vertrag schlechter honoriert als in der Regelversorgung ("Das kann zur Risikoselektion und Entsolidarisierung führen"). Aufgerufen werden die Vertragsärzte, sich vor der Einschreibung gründlich über den Vertrag zu informieren. Ungeachtet der festgefahrenen Honorarverhandlungen zwischen KBV und Kassen sollen sich die Kollegen laut KBV auch fragen: "Sollte ich nicht besser das Ergebnis der Honorarreform zum 1. Januar 2009 abwarten?" Schließlich gebe es anstelle der Vertragseinschreibung bei der Behandlung von AOK-Versicherten im Südwesten immer auch die Option, "die bekannte und bewährte Vertragsbeziehung über Ihre KV Baden-Württemberg weiter vorzuziehen".

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