Ärzte Zeitung online, 15.08.2008

Studie erhellt Versorgungssituation psychisch kranker Menschen

DÜSSELDORF (fst). Wie gut die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist, untersucht die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) im Auftrag der Bundesärztekammer (BÄK).

Ziel des Projekts ist eine sektorenübergreifende Versorgungsanalyse. Sie soll Hinweise geben, wie die Behandlung von Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen verbessert werden kann, teilte die DGPPN mit.

Einmalig ist das Projekt hinsichtlich der Daten, die untersucht werden können. Denn außer den Arbeiter- und Angestellten-Ersatzkassen ist auch die Deutsche Rentenversicherung in die Untersuchung einbezogen. Dadurch können die Daten von über 20 Millionen GKV-Versicherten mit denen der Rentenkasse zusammengeführt werden. Diese bislang nicht verfügbare Datenbasis soll eine übergreifende Zusammenschau der Versorgungssituation erlauben.

Ein Aspekt der Studie wird sein, zu untersuchen, in welchem Umfang Menschen mit psychischen Störungen ambulante, (teil-) stationäre und rehabilitative Leistungen in Anspruch nehmen. Dabei können Parameter wie Arbeitsunfähigkeit, beantragte Erwerbsminderungsrenten oder die Wiederaufnahme ins Krankenhaus erstmals zueinander in Beziehung gesetzt werden. Analysiert werden können auch Wartezeiten zwischen ambulanter und stationärer Behandlung. Dadurch erhoffen sich die Forscher Aufschluss über Schnittstellenprobleme zwischen Praxis und Krankenhaus.

Professor Wolfgang Gaebel, Präsident der DGPPN, wird der Leiter des Projekts sein. Vorgenommen werden die Untersuchungen an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Düsseldorf.

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