Ärzte Zeitung online, 05.09.2008

Drei Milliarden mehr für Kliniken - das hieße für Beitragszahler: mehr berappen

BERLIN (dpa). Die Krankenhäuser sollen nach dem Willen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im kommenden Jahr rund drei Milliarden Euro mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten. Dies werde die Beitragszahler mit rund 0,2 Prozentpunkten ihrer Monatseinkommen zusätzlich belasten, so Schmidt.

Im Streit um die den zusätzlichen Finanzbeitrag der Länder für Klinikbauten ließ Schmidt nach heftigem Widerstand der Unionsländer ihren Plan einer baldigen Einführung von Investitionspauschalen fallen. Nun soll eine Länder-Arbeitsgruppe unter Bundes-Beteiligung binnen einen Jahres beschließen, woher die Kliniken künftig kalkulierbare Investitionsmittel bekommen. Es gibt eine Finanzierungslücke von mehr als zwei Milliarden Euro. Grundsätzlich gilt, dass die Krankenkassen den laufenden Betrieb der Kliniken finanzieren, die Länder aber für die Gebäude zuständig sind.

Schmidt rief Unionsländer zur raschen Einigung auf

Schmidt rief die Unionsländer dazu auf, ihren Widerstand gegen die Neuregelung aufzugeben. Nötig sei eine rasche Einigung. Bei der bevorstehenden Festlegung des erstmals einheitlichen Beitragssatzes der Krankenkassen wegen der Einführung des Gesundheitsfonds zum Jahr 2009 müsse Klarheit über den Finanzbedarf herrschen. Geplant ist ein Kabinettsbeschluss noch im September.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »