Ärzte Zeitung, 15.09.2008

"Kardiologe stirbt als Einzelkämpfer langsam aus"

NEU-ISENBURG (fuh). Der Bundesverband niedergelassener Kardiologen (BNK) betrachtet mit wachsender Sorge die Öffnung von Klinikambulanzen für spezialisierte Leistungen.

Zur Erinnerung: Nach Paragraf 116 b SGB V haben Klinikambulanzen auf Antrag die Möglichkeit, hoch spezialisierte Leistungen anzubieten. "Der Katalog dieser Leistungen erscheint zum Teil willkürlich", kritisierte BNK-Chef Dr. Norbert Smetak aus Esslingen bei der Jahreshaupttagung des Verbands in Neu- Isenburg. Die duale Finanzierung führe dazu, dass Kliniken im Wettbewerb mit Niedergelassenen klare Vorteile hätten, etwa mit Blick auf die personelle Ausstattung. Smetak: "Fairer Wettbewerb sieht anders aus!"

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen sei die Stimmung unter den niedergelassenen Kardiologen in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden, sagte Verbands-Vize Dr. Fokko de Haan. "Der Einzelkämpfer stirbt langsam aus, das haben unsere Mitglieder erkannt."

Dem BNK gehören rund 1100 Kardiologen an, die in etwa 600 Praxen arbeiten. Eine der Kernaufgaben der Organisation sei eine umfassende Information der Kollegen mit Blick auf neue Kooperationsformen, erläuterte Smetak. Dabei sei es nicht möglich, standardisierte Lösungen - etwa beim Einstieg in ein MVZ - anzubieten. Grundsätzlich müssten regionale Besonderheiten berücksichtigt werden, "denn für städtische Regionen gelten völlig andere Bedingungen als für ländliche Bereiche".

Topics
Schlagworte
Berufspolitik (17128)
Personen
Norbert Smetak (24)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »

Frühe ART wirkt protektiv

Die frühe antiretrovirale Therapie (ART) schützt HIV-Patienten vor schweren bakteriellen Infektionen. mehr »