Ärzte Zeitung, 22.10.2008

Kommentar

Gute Schulen, gesunde Kinder

Von Angela Mißlbeck

Die Kinder in Berlin fühlen sich weniger gesund als vor vier Jahren. In jeder Schulklasse sitzen inzwischen durchschnittlich zwei Kinder mit psychischen Problemen, die als behandlungsbedürftig gewertet werden müssen. Das ist ein Ergebnis der Auswertung einer internationalen WHO-Studie zur Gesundheit von Schulkindern.

Wie viele der Kinder bereits in Behandlung sind, wurde nicht erhoben. Doch die Studie zeigt großen Bedarf. Daher ist der Beschluss des Bundestags zu begrüßen, dass Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bei der Bedarfsplanung künftig größeres Gewicht erhalten. Das Ergebnis wirft aber auch ein kritisches Licht auf die Schulen in Berlin.

Angesichts der Zahlen erscheint es schon fast normal, wenn Lehrer sich überfordert fühlen und viele von ihnen wegen Burnout und Depressionen aus dem Beruf ausscheiden. Die Forderung der Kinderärzte nach verstärkter außerfamiliärer Förderung für Problemkinder muss deshalb in doppelter Hinsicht unterstrichen werden.

Nicht nur die Kinder, sondern auch Lehrer könnten gesundheitlich profitieren, wenn mehr Sozialarbeiter, Schulpsychologen und Sporttrainer an Schulen arbeiten würden. Solche Modelle kosten viel Geld. Daher werden sie wohl lange Einzelbeispiele bleiben.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Couch-Potatoes, die zu häufig Pillen nehmen: Mädchen sind Sorgenkinder in Berlins Schulen

Lesen Sie dazu auch:
Immer mehr Schüler sind psychisch auffällig

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »