Ärzte Zeitung, 24.10.2008

Kommentar

Der Kampf um den Kuchen beginnt

Von Christian Beneker

Bremens vier Großkliniken wollen ihre Finger tiefer in den Honigtopf der ambulanten Versorgung stecken. Die ehemals kommunalen Krankenhäuser haben 18 Anträge nach Paragraf 116 b SGB V an die Gesundheitsbehörde gestellt. Sie wollen zum Beispiel die ambulante Versorgung von Krebspatienten erbringen, Kinder mit Herzproblemen behandeln oder Patienten mit Tuberkulose, Multipler Sklerose und Rheuma.

Krankenkassen und KV an der Weser stellen sich quer. Zu Recht. Denn der Paragraf 116 b wurde geschaffen, um die Versorgung in hochspeziellen Fällen zu gewährleisten, bei seltenen Erkrankungen oder besonderen Krankheitsverläufen. Er wurde indessen nicht geschaffen, um Kliniken in finanzieller Schieflage auf Kosten der ambulanten Budgets zu retten. Die vertragsärztliche Versorgungssituation sei zu berücksichtigen, bestimmt das Gesetz.

Was immer damit genau gemeint sein mag - eine flächendeckende Unterversorgung etwa bei der ambulanten Behandlung von Krebspatienten wird man in Bremen kaum unterstellen können. Wenn die Klinikleitungen auch die Genesung der Patienten nach der Krankenhausentlassung stärker in den Blick nähmen, müssten sie nicht derart auf den ambulanten Sektor schielen.

Lesen Sie dazu auch:
Bremens Kliniken ernten Gegenwind

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »