Ärzte Zeitung online, 11.11.2008

Ärztekammer-Präsident Hoppe unterstützt Unions-Konzept zu Spätabtreibungen

PASSAU (dpa). Der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe, hat sich in der Debatte um Spätabtreibungen nach der 20. Schwangerschaftswoche hinter das Konzept der Union gestellt. "Die Beratungspflicht des Arztes und Angebote zu einer unterstützenden psychosozialen Beratung sowie die dreitägige Bedenkzeit müssen endlich gesetzlich verankert werden", sagte Hoppe der "Passauer Neuen Presse".

Die betroffenen Frauen müssten in der Beratung über die Hilfen aufgeklärt werden, die ihnen zustehen, wenn ihr Kind behindert zur Welt kommt. "Es darf nicht zu Kurzschlusshandlungen kommen, die dann dazu führen, dass Frauen ihr ganzes Leben unter Schuldgefühlen leiden", betonte Hoppe.

Die SPD-Bundestagsfraktion will am heutigen Dienstag über ihre Haltung zur Neuregelung bei Spätabtreibungen und den Gruppenantrag der Union beraten. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte zuletzt eine Gesetzesänderung, wie sie CDU und CSU fordern, abgelehnt. Die bestehende Beratungspflicht müsse ernster genommen werden, darüber hinausgehende Vorschriften für Ärzte und Frauen seien jedoch nicht erforderlich.

Die Union will Ärzten, die gegen die geplanten neuen Auflagen verstoßen, mit Bußgeldern von bis zu 10 000 Euro drohen.

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