Ärzte Zeitung online, 18.11.2008

Deutschlands Ärzte arbeiten am längsten und haben die wenigste Zeit für Patienten

KÖLN (dpa). Deutschlands Ärzte haben einer neuen Studie zufolge europaweit am wenigsten Zeit für ihre Patienten (wie berichtet). Die Sprechstunden sind in der Bundesrepublik pro Patient um 30 Prozent kürzer als im europäischen Durchschnitt. Dennoch haben deutsche Ärzte längere Arbeitszeiten als der europäische Durchschnitt. Auch seien die Preise für Medikamente die höchsten in Europa.

Das teilte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Dienstag in Köln mit. Der Leiter des Kölner Instituts, Professor Peter Sawicki, sagte: "Wir müssen es höher bewerten, wenn Ärzte sich mehr Zeit für ihre Patienten nehmen." Deutschland sollte mehr in die praxisrelevante klinische Forschung investieren und teuren neuen Technologien gegenüber offen, aber kritisch eingestellt sein.

Laut Studie verwenden Deutsche mehr frei verkäufliche Arzneimittel als andere Europäer und zahlen für Medikamente die höchsten Preise in Europa. "Preissenkungen werden eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, in Deutschland auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle zu gewährleisten", folgerte das Institut in einer Mitteilung. Die vollständige Analyse des Instituts wird diese Woche im British Medical Journal (BMJ) veröffentlicht. Das IQWiG ist im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses und des Bundesgesundheitsministeriums tätig.

www.iqwig.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »