Ärzte Zeitung, 25.11.2008

Männergesundheit soll mehr Beachtung bekommen

Arbeitsgemeinschaft von Niedergelassenen in der Südwestpfalz setzt sich für medizinische Standards ein

PIRMASENS (mm). Eine neue Arbeitsgruppe niedergelassener Ärzte mit Namen "Adam" hat sich im Raum Pirmasens zusammengetan, um insbesondere männliche Patienten besser ansprechen zu können.

"Bei unserem ersten Aktionstag erschienen bereits rund 60 Teilnehmer", sagte HNO-Arzt Dr. Christian Heib. Zur Arbeitsgruppe gehören derzeit Internisten, Hausärzte, Diabetologen, drei Urologen sowie ein HNO-Arzt und ein Orthopäde.

Ziel von "Adam" sei es, das Bewusstsein für Männermedizin und Männergesundheit zu wecken. Männer müssten ihr Bewusstsein für die eigene Gesundheit schärfen, fasste Hausarzt und Internist Dr. Günter Theis, Sprecher der neuen Arbeitsgemeinschaft, zusammen.

Fast alle sind Medi-Mitglieder. Bei "Adam" werde auch die Medi-Idee einer fach- und sektorenübergreifender Kooperation umgesetzt, machte Urologe Dr. Horst Brenneis deutlich: "Grundsätzlich geht es um die Etablierung medizinischer Standards und Leitlinien in der Männermedizin sowie um eine einheitliche Abrechnung der erbrachten Leistungen. Was fällt dabei unter IGeL und was ist GKV?"

Laut "Adam" sterben an jedem Tag 250 Männer in Europa an Prostatakrebs. Doch obwohl die Krankenkassen die Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 45 Jahren bezahlen würden, nutzten noch immer zu wenige Männer diese Möglichkeit. Der Grund: Das Abtasten des Dickdarms und der Prostata werde als unangenehm empfunden.

Weiteres Arbeitsziel von "Adam" soll es darüber hinaus sein, einheitliche Konzepte zu Fragen und Therapien der Männermedizin zu erarbeiten und umzusetzen. Dies könnte zum Beispiel bei Climakterium virile, Osteoporose, Adipositas, Vorbeugung cardiovaskulärer Erkrankungen, erektile Dysfunktion sowie Schlafapnoe der Fall sein.

"Adam" sehe sich ausdrücklich nicht als geschlossene Gesellschaft. Jeder, der mitarbeiten wolle, sei willkommen. Es werde langfristig angestrebt, ein "Netzwerk Männergesundheit" in der Region Pirmasens/Südwestpfalz zu schaffen.

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