Ärzte Zeitung, 09.12.2008

Internisten-Chef Wesiack rät: "Widersprechen Sie!"

Klärungsbedarf beim Regelleistungsvolumen

WIESBADEN (vdb). Der Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI) empfiehlt allen Kollegen, gegen den Bescheid über das individuelle Regelleistungsvolumen fristgerecht Widerspruch einzulegen.

Internisten-Chef Wesiack rät: "Widersprechen Sie!"

Dr. Wolfgang Wesiack.

Foto: BDI

Die Berechnungen seien zum Teil so unterschiedlich, dass hier die Kassenärztlichen Vereinigungen die Rechenwege genau erläutern sollten, sagte Dr. Wolfgang Wesiack der "Ärzte Zeitung". Der Hauptvorwurf richte sich allerdings weniger gegen die KVen als gegen den Gesetzgeber. Eine Vereinheitlichung auf der Grundlage unterschiedlich historisch gewachsener Honorarverteilungsmaßstäbe anzustreben, sei schier unmöglich und führe zwangsläufig zu Verwerfungen, so Wesiack.

Darüber hinaus gebe es jetzt schon unterschiedliche Schiedssprüche dazu, was zum Regelleistungsvolumen gehört und was extrabudgetär vergütet wird. Fakt sei aber auch, dass Verluste, die aufgrund der Berechnungen zum Regelleistungsvolumen entstanden sind, nur zum Teil durch Zusatzbudgets kompensiert werden könnten.

Für hausärztlich tätige Internisten führe die Neuordnung der Vergütung zum Beispiel in Bayern zu einem um 3,7 Prozent niedrigeren Regelleistungsvolumen. Vor allem aber werde es die fachärztlich tätigen Internisten ohne Schwerpunkt treffen, so der BDI-Chef. Hier weisen Berechnungen einen Verlust von knapp 20 Prozent aus. In einzelnen Facharztgruppen sehe es dramatisch aus. Wesiack: "Kardiologen werden etwa 30 Prozent ihres Honorars verlieren." Aus diesem Grund fordere der BDI eine Offenlegung der Berechnungen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromissvorschlag wieder zurückgezogen

Kaum verkündet, ist der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Die genauen Gründe sind unklar. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »