Ärzte Zeitung online, 05.01.2009

Hausarztverträge im Norden sorgen weiter für Zündstoff

HAMBURG (di). Die Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung im Norden bleiben umstritten. In Hamburg haben sich bislang 200 Hausärzte eingeschrieben.

"In letzter Zeit werden Falschinformationen verbreitet, mit denen die Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung in Misskredit gebracht werden", kritisiert Norbert Eckhardt vom Hamburger Hausärzteverband. So wird nach seiner Beobachtung versucht, das Verhältnis zu den Fachärzten zu belasten und den ausgehandelten Vertrag in schlechtes Licht zu rücken.

Ein "aufgeregtes Agieren" wirft er KVen und BDI, aber auch einzelnen Ärzten vor. Sein Verband hatte im Sommer mit der AOK Hamburg/Rheinland einen in der Ärzteschaft umstrittenen Vertrag vorgelegt, den bislang rund 200 Hausärzte in Hamburg unterschrieben haben.

Zugleich dient der Vertrag als Vorlage für eine jüngst von der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein und den Betriebskrankenkassen präsentierten Vereinbarung. Ziel der Genossen ist es, mit diesem Vertrag jeden zweiten Hausarzt in den drei nördlichen Bundesländern zu überzeugen. Damit hat die Organisation im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern den Medi Verbund gegen sich aufgebracht. Ohne inhaltliche Begründung heißt es in einem Brief des Medi-Vorstands an die Ärzte im Nordosten: "Ein Beitritt zum vorgelegten BKK-Hausarzt-Vertrag kann von uns nicht empfohlen werden."

Zugleich verweist der Medi-Vorstand auf ein fehlendes Mandat der Genossen und auf eine Übereinkunft im Verein der fachübergreifenden Verbände, wonach Verträge außerhalb der KV im Nordosten nur in gegenseitiger Abstimmung erfolgen sollen, um die ärztliche Geschlossenheit zu dokumentieren. Die auf Bundesebene zwischen Medi und Genossenschaften bestehende Basis für eine Zusammenarbeit sieht der Medi-Vorstand aus Mecklenburg-Vorpommern durch die Werbung der Genossen in ihrem Bundesland konterkariert. Zusammen mit der Information über den Vertrag hatte die Genossenschaft auch für eine Mitgliedschaft in ihrer Organisation geworben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »